Solange die Ungleichheit und Diskriminierung von Frauen fortbesteht, wird es unmöglich sein, nachhaltige Veränderungen in der Gesellschaft herbeizuführen.

Weltweit kann die Gleichstellung der Geschlechter einige Fortschritte ausweisen – von Chancengleichheit kann aber keine Rede sein. Der Zugang zu Bildung, Erwerbstätigkeit, gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit, Politik, Krediten oder Führungspositionen ist für Frauen ungleich schwieriger als für Männer – existierende Gewalt gegen Frauen vielerorts weiterhin ein Tabuthema. Um Fortschritte zu machen, braucht die Gesellschaft jedoch alle ihre Kräfte.

Frauen sind zentral für eine nachhaltige Entwicklung

Die Stärkung der Rechte von Frauen und Minderheiten ist ein wesentlicher Aspekt der Arbeit von SWISSAID. Die Gender-Thematik zieht sich durch alle unsere Projekte und nimmt dabei einen besonderen Platz ein. Das Ziel der Gleichberechtigung – faire und gleichberechtigte Machtverhältnisse zwischen Menschen – begleitet die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Begünstigten.

Unter Berücksichtigung der lokalen Kulturen und der Menschenrechte fördert SWISSAID in allen Institutionen persönliche Werte und Haltungen. Zu diesem Zweck, und weil ein Gender-Ansatz spezifische Kenntnisse erfordert, bietet die Stiftung für alle ihre Angestellten und Partner Weiterbildungen an: Sensibilisierung für die Thematik, unbewusste Einstellungen, geschlechtsspezifische Diskriminierungen. Der Status von Frauen ist auch eng mit den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Umständen eines Landes verbunden. Deshalb unterstützt SWISSAID seine Partner beim Plädoyer und dem Eintreten für die Gender-Politik gegenüber nationalen Institutionen und der Zivilgesellschaft.

Die UNO legt in ihrer Agenda 2030 das Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter als entscheidend für eine nachhaltige Entwicklung fest. Frauen machen mehr als 50% der Weltbevölkerung aus und sind somit der Schlüssel zu dieser Entwicklung. Diese wird nur dann nachhaltig sein, wenn ihre Vorteile allen Menschen gleichermassen zugutekommen. Hier die Position von Frauen und Mädchen bei den einzelnen Zielen für nachhaltige Entwicklung und die daraus resultierende Verantwortung, diese Positionen zu stärken. Hier die Position der Frauen und Mädchen in den einzelnen Zielen für nachhaltige Entwicklung sowie die daraus resultierende Verantwortung, diese Position zu stärken.

Die vier Grundpfeiler der Gleichstellung

Ob in den Projekten im Süden, in den verschiedenen Büros und regionalen Partnern oder im Engagement in der Schweiz: SWISSAID konzentriert sich auf vier spezifische Themenbereiche, um die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten zu bekämpfen.

1. Gewalt an Frauen bekämpfen

Unser Ziel ist es, die Kapazitäten von zivilgesellschaftlichen Organisationen und öffentlichen Einrichtungen zur Durchführung von Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen zu stärken. Wir schulen auch selbst bestimmte Organisationen oder Partner, um sicherzustellen, dass die bestehenden Gesetze gegen Gewalt wirksam umgesetzt werden. In einigen Regionen stellen wir Ressourcen zur Verfügung, um die körperliche Unversehrtheit von Opfern häuslicher Gewalt besser zu schützen und ihnen zu helfen, ihre Rechte zu kennen und durchzusetzen.

2. Empowerment und politische Partizipation von Frauen

SWISSAID unterstützt Frauen dabei, politisch aktiv zu werden, sich in administrative oder politische Gremien wählen zu lassen oder ihre demokratischen Rechte auszuüben. Dies geschieht durch Advocacy- und Management-Schulungen sowie durch die Stärkung des Selbstvertrauens und Sprechtrainings. Es ist für viele Frauen in männerdominierten Kreisen oft schwierig, das Wort zu ergreifen.

3. Einbezug der Männer

Frauen zu unterstützen reicht allein nicht aus, um eine ganze Gesellschaft zu verändern. Seit 20 Jahren arbeitet SWISSAID daran, Männer für die vorherrschenden Formen von Männlichkeit zu sensibilisieren und sie für die unterdrückerischen und entmündigenden Auswirkungen der Sitten auf Frauen und sich selbst zu sensibilisieren. Ziel ist es auch, die männlichen Einstellungen in patriarchalischen Gesellschaften zu verändern und dass jeder Mann Mitverantwortung übernimmt. Dies geschieht zum Beispiel durch Workshops, in denen die Geschlechterrollen überdacht werden, oder durch die Begleitung durch Psychologen, um die Rollen freier zu erforschen und die damit verbundenen Gewaltmuster zu überwinden.

4. Empowerment der jungen Menschen

Junge Menschen sind die Zukunft. In ihnen liegt die Chance für einen gesellschaftlichen Wandel. Die Stärkung von Jugendlichen sowie die Förderung von Lern- und Wirtschaftschancen für die jungen Mädchen sind wirksame Mittel, um die Reproduktion von Geschlechterungleichheiten von einer Generation zur nächsten zu unterbrechen.

Unsere Projekte beziehen Jungen und Mädchen mit ein, damit sie die Gleichstellung der Geschlechter und die spezifischen Interessen von Männern und Frauen besser artikulieren und vertreten können.

Fachwissen in diesem Bereich

SWISSAID setzt sich auch in nationalen und internationalen Arbeitsgruppen für die Gleichstellung von Mann und Frau ein. In der Schweiz arbeiten wir zum Beispiel aktiv im Gender Equality Network mit. Dabei handelt es sich um eine von der DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit) koordinierte Expertengruppe, in der alle Organisationen der Zivilgesellschaft vertreten sind, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Der Austausch innerhalb dieser Gruppe ermöglicht ein besseres Wissensmanagement und wirkt sich somit positiv auf die Qualität der Arbeit in den Ländern des Südens aus.

Jedes SWISSAID-Koordinationsbüro in unseren neun Partnerländern verfügt über eine-n eigene-n Focal Point (Experten/Expertin) zum Thema Gender. Diese speziell in der Gender-Thematik ausgebildete Person unterstützt die Partner vor Ort, sorgt für die korrekte Umsetzung aller Aktivitäten zur Verbesserung der Gleichstellung von Mann und Frau und engagiert sich in Arbeitsgruppen der Zivilgesellschaft sowie in der eigenen Regierung.