Unser Engagement für den Süden 

Im Süden unterstützen wir lokale Initiativen, die es den Menschen ermöglichen, selbständiger zu werden und der Armut zu entkommen. Ihr Recht, am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen, ist die treibende Kraft für unser Handeln. Zu diesem Zweck sind wir in unseren neun Partnerländern in der Entwicklungszusammenarbeit tätig.

Nachhaltige Landwirtschaft für Ernährungssicherheit

Die meisten unserer Projekte zielen darauf ab, die lokale Bevölkerung bei der Einführung der Agroökologie zu unterstützen. Dabei wenden wir verschiedene Methoden an, die eine nachhaltige Landwirtschaft fördern und besonders effektiv sind: Wir sorgen für den Erhalt von traditionellem Saatgut, das an die lokalen Bedingungen angepasst und widerstandsfähiger gegen den Klimawandel ist und stellen natürlichen Dünger aus Kompost her. Wir fördern den Anbau von Mischkulturen, stellen den Zugang zu lokalen Märkten sicher und klären die Bevölkerung auf, den Wert lokaler Anbaukulturen und saisonaler Lebensmittel zu erkennen. All diese Methoden erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Menschen gegenüber den Folgen des Klimawandels, der in diesen Regionen besonders spürbar ist.

Frauen und Kinder im Mittelpunkt für eine gleichberechtigte Gesellschaft

SWISSAID setzt sich auch für einen besseren Zugang zu Wasser, Nutztieren und Feldern ein und verteidigt die Rechte der Menschen, die in der Nähe von Minenbetrieben leben. Was all unser Projekte verbindet, ist die Stärkung der Rechte von Frauen und jungen Menschen, die als Stütze der Gesellschaft agieren: Lesen, schreiben und rechnen lernen, sich in einem Verein zusammenschliessen, Rechte kennen und durchsetzen, an Entscheidungen auf allen Ebenen in der Gesellschaft teilhaben, eine Ausbildung in Buchhaltung machen oder Alternativen zur patriarchalen Gesellschaft finden, die oft mit Gewalt gegen Frauen und Kinder einhergehen. Emanzipierte Frauen und aktive Jugendliche sind wichtig für das Vorwärtskommen als Gesellschaft. In all diese Prozesse beziehen wir die Männer mit ein.

Lokale Arbeit, globale Auswirkungen

SWISSAID legt grossen Wert darauf, direkt mit der lokalen Bevölkerung zusammenzuarbeiten. Die Projekte werden in jedem der neun Länder vor Ort koordiniert. In Koordinationsbüros arbeiten fast ausschliesslich Mitarbeitende aus der Region. Sie sind Fachleute und kennen das Land, die Sprachen, die Dialekte, die Kultur; eine wesentliche Voraussetzung für den reibungslosen Ablauf der Projektarbeit. Die Koordinationsbüros arbeiten eng mit lokalen Partnern –  Nichtregierungsorganisationen und Organisationen aus der Privatwirtschaft – zusammen und setzen so die Projekte effizient und gründlich um.

Unser Engagement in der Schweiz 

In der Schweiz vertreten wir die Interessen der benachteiligten Menschen und Länder. Wir informieren und sensibilisieren, damit die hier verabschiedeten Gesetze den Menschen im Süden nicht schaden und unsere Arbeit nicht untergraben.

Wir halten Sie auf dem Laufenden

In der Schweiz fokussieren wir uns in unserer Informationsarbeit auf unsere Spezialgebiete, nämlich Agroökologie, Ernährungssouveränität, Förderung von Kleinbauernfamilien, Klimaschutz und Rohstoffe.

In den letzten Jahren haben wir Info-Broschüren produziert, Webinare in mehreren Sprachen organisiert oder uns mit anderen Organisationen zusammengetan, um die entwicklungspolitischen Realitäten besser bekannt zu machen und Lösungen zugunsten der lokalen Gemeinschaften zu finden.

Vereint für die Agenda 2030

Für die Erreichung der UNO-Nachhaltigkeitsziele, an deren Entwicklung die Schweiz mitbeteiligt war, ist es notwendig, dass wir als Teil der Zivilgesellschaft informiert sind und uns an der demokratischen Debatte beteiligen. Konkret glauben wir, dass wir eine Rolle im Kampf gegen die Armut, für die Beseitigung des Hungers, für die Gleichstellung der Geschlechter, für die dringende Bekämpfung des Klimawandels und für den Zugang zu sauberem Wasser spielen müssen. Ein Bewusstsein für die Probleme und die aktive Beteiligung der Zivilgesellschaft um sie zu lösen, sind für die effektive Erreichung dieser Ziele unerlässlich. Und die Zeit läuft uns davon: 2030 ist sehr bald da!

Multi-Stakeholder-Dialog

Wir führen den Dialog mit einer Vielzahl von wichtigen Stakeholdern: Unternehmen, Behörden, internationalen Institutionen, Vertreterinnen der Wissenschaft und unseren Freiwilligen. Wenn wir der Auffassung sind, durch bestimmte Entscheidungen oder Massnahmen in der Schweiz zur Verbesserung der Lebensbedingungen im Süden beitragen zu können, treten wir als Fürsprecher der Betroffenen auf. So haben wir zum Beispiel die Konzernverantwortungsinitiative (KOVI) unterstützt und sind Mitglied der Klima-Allianz.

Im Jahr 2020 haben wir aus der gleichen Haltung heraus eine Studie über den Goldhandel – er wird zu mehr als der Hälfte über die Schweiz abgewickelt – veröffentlicht. Nach einer gründlichen Untersuchung sind wir zum Schluss gekommen, dass eine Selbstregulierung der Industrie nicht ausreicht, um Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in den Abbau-Ländern zu beenden, sondern dass auch hier in der Schweiz Handlungsbedarf besteht.