IN Gender Frauen
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Mit neuen Denkmustern in die Ehe

Ein Leben ohne Gewalt – für viele indische Ehefrauen ein Wunschtraum. Mit gezielten Aktionen werden Jugendliche in der Region Marathwada sensibilisiert, damit aus dem Traum für möglichst viele Mädchen und Frauen endlich Realität wird.  

Die Fakten

Land, Region:
Marathwada
Dauer:
Oktober 2019 - September 2022
Begünstigte:
72'585 Frauen und 50'486 Männer
Gesamtprojektbudget:
1'040'571 CHF

Die Ziele

In Indien manifestiert sich die extreme Ungleichheit der Geschlechter in einem hohen Mass an Gewalt gegen Frauen, häusliche Gewalt ist an der Tagesordnung. Daher konzentriert sich dieses Projekt auf die Prävention von häuslicher Gewalt sowie auf Massnahmen, die Opfern helfen, sich ein gewaltfreies Leben aufzubauen. SWISSAID und die Partnerorganisationen vor Ort arbeiten mit staatlichen Akteuren zusammen, um die Gesellschaft gemeinsam zu mobilisieren und Frauen über ihre Rechte und Möglichkeiten aufzuklären.

 

«Indische Mädchen sollen früh verheiratet werden, um sexuelle Verwirrung zu vermeiden.» Dieser Meinung sind laut einer Studie 67 Prozent der indischen Männer in Marathwada in Zentralindien. Und 42 Prozent glauben, dass Gewalt des Ehemannes gegenüber seiner Frau unter bestimmten Umständen gerechtfertigt ist und die Frau es zum Wohl der Familie tolerieren sollte. In Indien ist häusliche Gewalt an der Tagesordnung. Die Opfer erhalten von ihren Familien, von Gemeinden und der Regierung wenig bis gar keine Hilfe. Deshalb unterstützt SWISSAID gemeinsam mit Partnerorganisationen vor Ort Frauen darin, sich ein gewaltfreies Leben aufzubauen. Mit Präventionsmassnahmen sollen Frauen und Männer zudem für das Thema sensibilisiert werden. Sneha Giridhari von SWISSAID Indien war schon an einigen Präventionsmassnahmen beteiligt. Wichtig sei, gerade auch mit jungen Frauen und Männern zu arbeiten, sagt sie.  

IN Gender Frauen

Was bedeutet es, ein guter Ehemann, eine gute Ehefrau zu sein? An diesem Workshop für frisch verheiratete Paare lernen Frauen und Männer, wie sie einander respektieren und Konflikte gewaltfrei lösen können.

Gleichaltrige als Vorbilder

Doch wie erreicht man junge Menschen am besten? SWISSAID setzt in über 100 Dörfern der Region Marathwada unter anderem auf sogenannte «Peer Educators» aus bestehenden Jungen- und Mädchengruppen. Aus jeder Gruppe werden einige motivierte und sozial kompetente Jugendliche in Genderfragen geschult. Danach stellen sie sich als Vertrauensperson bei Fragen und Problemen zur Verfügung. An den monatlichen Treffen der Jugendgruppen stellen sie verschiedene Themen zur Diskussion. Zum Beispiel: Was ist männlich?  Was ist weiblich? Was bedeutet Gewalt für das Opfer? Was für den Täter? Welche Folgen hat eine Kinderheirat für die Betroffenen? Mit Liedern, Diskussionen, Plakaten und Rollenspielen werden die Themen spielerisch aufgearbeitet.

«Das ist der Nährboden, auf dem neue Denkmuster wachsen können»

Neben den monatlichen Treffen gibt es zudem die Möglichkeit, sich in Einzel- oder Paargesprächen beraten zu lassen. Junge Ehepaare können in Kursen lernen, wie sie Gewalt vermeiden können. Sneha Giridhari von SWISSAID Indien ist überzeugt: «Durch diese Art der Sensibilisierung können wir das Bewusstsein für diese Themen erhöhen. Und das ist der Nährboden, auf dem neue Denkmuster wachsen können.» Neue Denkmuster zum Beispiel, in denen eine Kinderheirat keinen Platz mehr hat. Denn Kinderheirat und häusliche Gewalt stehen in engem Zusammenhang, wie Studien zeigen: Je jünger die Frauen sind, desto häufiger werden sie Opfer häuslicher Gewalt.  

 

IN Frauen Gender

Die Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter geben den Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II spielerisch Inputs zur Geschlechtergleichstellung.

Der Wandel ist das Ziel

Bei den Jungen muss man anfangen – bei den Alten aufhören. SWISSAID unterstützt deshalb Massnahmen, die im besten Fall einen gesamtgesellschaftlichen Wandel anstossen.  Mit öffentlichen Aktionen wie Kundgebungen, Videoclips oder Plakataktionen sollen Botschaften zur Gleichberechtigung der Geschlechter möglichst breit gestreut werden.  

Ihre Spende verändert Leben

Dem Bauern in Ecuador. Der Mutter im Niger. Dem Jungen in Myanmar. Der Frau in Kolumbien. Der Familie in Tansania. Dem Mann im Tschad. Dem Mädchen in Indien. Dem Vater in Guinea-Bissau. Der Bäuerin in Nicaragua. Ihnen kommt Ihre Spende zugute.