In Indien ist etwa ein Drittel aller Frauen und fast jede zweite verheiratete Frau von häuslicher Gewalt betroffen. Eine besonders perfide Form der Gewalt ist die Zwangsheirat von jungen Mädchen. Diese ist in der Gesellschaft tief verwurzelt und von (fast) allen Bevölkerungsschichten akzeptiert. Obwohl ein Gesetz aus dem Jahr 2006 die Kinderehe verbietet, wird sie weiterhin praktiziert.
Auch im Dorf Rajegaon im indischen Distrikt Osmanabad. Dort lebt Prayas Chavan (14). Im Jahr 2020 trat sie einer Gruppe junger Mädchen aus ihrem Dorf bei, die von SWISSAID gegründet wurde, um junge Menschen über Gewalt und ihre Rechte aufzuklären. «Ich habe an vielen Versammlungen, Treffen und Fahrrad-Ralleys teilgenommen, um Praktiken wie Kinderheirat und Mitgift zu verurteilen und die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern», erzählt Prayas.

