MY Frauen Gender
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Gleichstellung

Die Meinungsmacherinnen von Myanmar

In Myanmar diskutieren heute auch viele Bäuerinnen selbstbewusst in Männergruppen mit. In Kursen haben sie ihr Wissen zu agroökologischen Anbaumethoden erweitert und ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Mithilfe von SWISSAID wurden bäuerliche Interessengruppen ins Leben gerufen, die besonders Frauen fördern. Eine von ihnen ist die Bäuerin Hla Than.

 

 

Die Fakten

Land, Region:
Myanmar, Southern Shan State
Dauer:
September 2019 - August 2022
Begünstigte:
5'425 Bäuerinnen und Bauern
Gesamtprojektbudget:
1'004'253 CHF

Die Ziele

Dieses Projekt, das SWISSAID gemeinsam mit vier Partnern umsetzt, richtet sich an Kleinbauernfamilien in 35 Dörfern des südlichen Shan-Staates. Das Haushaltseinkommen soll durch agroökologische Anbaumethoden erhöht und die Lebensqualität verbessert werden. Dabei ist auch die Gleichstellung der Geschlechter ein zentrales Thema. Frauen werden mit speziellen Kursen und der Teilnahme in Dorfgruppen  gefördert, ihre Stellung innerhalb der Gemeinschaft wird gestärkt.

Die 8’000 prächtigen Buddhastatuen in den Kalksteinhöhlen ziehen jedes Jahr zahlreiche Pilgerinnen und Touristen in die Bergregion um Pindaya, einer Stadt im südlichen Shan-Staat in Myanmar. Abseits des Touristenstroms, im Bergdorf Chock Check, ist das Zuhause von Hla Than. Die 35-Jährige lebt hier mit ihrem Mann und ihren drei Kindern, 7, 12 und 16 Jahre alt. Die Kleinbauernfamilie kämpft jeden Tag, um sich das Nötigste leisten zu können. Die meisten Familien in den ländlichen Gebieten Myanmars sind auf die Landwirtschaft angewiesen, sie produzieren Reis oder Nutzpflanzen wie zum Beispiel Tee und leben in wirtschaftlicher und ökologischer Unsicherheit. Frauen haben es doppelt schwer: Traditionell gelten Männer als die Entscheidungsträger in der Familie und im gemeinschaftlichen Leben. Frauen kümmern sich um den Haushalt und arbeiten auf den Feldern – mitreden dürfen sie nicht. Das war auch in der Familie von Hla Than nicht anders. «Früher waren mein Allgemeinwissen und meine Kenntnisse über Landwirtschaft sehr schlecht», erzählt sie. Ihre Stellung im Dorf und in der Familie war niedrig, sie traute sich kaum mitzureden.  

Die Unternehmerin

Heute produziert Hla Than gemeinsam mit ihrem Mann Bio-Tee und kann damit ein kleines, aber regelmässiges Einkommen generieren. Verschiedene von SWISSAID mitfinanzierte Verarbeitungsgeräte wie etwa ein Teeröster halfen ihnen dabei, die Qualität ihres Tees zu verbessern. Ausserdem ist Hla Than Mitglied in einer Dorfgruppe, die mit Unterstützung von SWISSAID ins Leben gerufen wurde. Sie besuchte Kurse und Weiterbildungen, erweiterte ihr Wissen über Agroökologie und gesunde Ernährung. In der Gruppe werden speziell Frauen gefördert und in ihren Fähigkeiten und ihrem Selbstvertrauen gestärkt.

«Früher kannte ich nur die traditionellen Anbaumethoden. Dank den von SWISSAID unterstützten Kursen wende ich heute neue Technologien an, die meine gesamte Teeblattproduktion um 20-25% gesteigert haben. Dadurch konnte ich mir zum ersten Mal Strom für mein Haus leisten. Meine Kinder können jetzt abends in einer gesunden Umgebung lernen und lesen.»

Nan Htay (44), ist Biobäuerin aus Du Tae Yae, verheiratet und hat 6 Kinder.

Männer und Frauen werden in Schulungen motiviert, Geschlechterrollen zu hinterfragen. Für Hla Than hat das Mitwirken in der Gruppe enorm viel bewirkt: «Jetzt kann ich mitreden und meine Familie insbesondere über die Bedeutung des Anbaus und Essens von Biolebensmitteln aufklären.» Durch ihre angesehene Stellung als Kassenführerin der Gruppe ist sie auch in ihrer Familie zu einer Entscheidungsträgerin geworden.

Vom Bergdorf in die Welt  

Die Unterstützung von Gemeinschaften bei der Selbstorganisation und Selbstförderung trägt entscheidend dazu bei, die Armut nachhaltig zu verringern. Gemeinsam mit Behörden und Organisationen vor Ort unterstützt SWISSAID in Myanmar 35 Dörfer in vier Bezirken des südlichen Shan-Staates und half bei der Gründung vieler dörflicher Bauerngruppen mit.

Kämpfen muss Hla Than immer noch, aber nun hat ihre Familie eine Perspektive – und Hla Than ein ganz neues Selbstwertgefühl: «Ich bin heute ein stärkerer Mensch», sagt sie. 

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«Vor meiner Ausbildung in der Bäuerinnengruppe habe ich auf meiner Farm 128 kg Teeblätter pro Saison geerntet – heute sind es 180 kg. Ich bin stolz auf meinen Tee, die Blätter sind von bester Qualität. Mein Einkommen ist ein wenig gestiegen. Das zusätzliche Geld haben wir in die Gesundheitsvorsorge unserer Kinder gesteckt.»

Khin May (35), ist Teebäuerin aus dem Dorf Chock Check, verheiratet und hat drei Kinder.

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