Niger ist regelmässig von Hungersnöten bedroht. Während einer kürzlichen Krise zerstörten auf eine heisse Jahreszeit mit heftigen Regenfällen folgend unerbittliche Dürren die Felder. «Ich konnte nicht einen einzigen Sack ernten», sagte Dommo Issaka, eine verzweifelte Bäuerin aus dem Dorf Kankandi. Innerhalb weniger Monate standen Millionen von Menschen vor leeren Kornspeichern. In einem der ärmsten Länder der Welt ist die Not grenzenlos.

Dank ihrer starken lokalen Verankerung gehört SWISSAID oft zu den ersten Hilfsorganisationen, die das Ausmass einer Ernährungskrise erahnen. Sehr schnell werden Nothilfeprojekte auf die Beine gestellt. Durch den Rückgriff auf lokale Saatgutbanken, die seit Jahrzehnten gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern verwaltet werden, hat SWISSAID rasch Zugang zu Amaranth-Saatgut und verteilt dieses an die Familien. Diese verlieren keine Zeit und säen es sofort aus. Drei Wochen später liegen bereits die ersten Amaranthsamen und -blätter auf den Tellern. In Kombination mit Lebensmittelpaketen können so kurzfristig Tausende Familien ernährt werden.

Wachsendes Saatgut von Swissaid Nothilfe Niger

Ihre Spende verändert Leben

Dem Bauern in Ecuador. Der Mutter im Niger. Dem Jungen in Myanmar. Der Frau in Kolumbien. Der Familie in Tansania. Dem Mann im Tschad. Dem Mädchen in Indien. Dem Vater in Guinea-Bissau. Ihnen kommt Ihre Spende zugute.

Erfolgreiche Verzahnung

Parallel dazu laufen unsere langfristigen Projekte in den Gemeinden weiter. Das Ziel: die Stärkung der Rolle der Frauen (unerlässlich bei der Bekämpfung des Hungers), der Bau von Brunnen für eine bessere Bewässerung der Felder sowie die Erweiterung des Wissens über lokale, alte und widerstandsfähige Pflanzensorten wie Amaranth, Fonio-Hirse oder die Lablab-Bohne. Diese Sorten sind von unschätzbarem Wert für die Anpassung der Bauernfamilien an den Klimawandel. Darüber hinaus setzt sich SWISSAID für eine rasche Erholung der lokalen Märkte ein, damit die Menschen in der Region so schnell wie möglich ihre Unabhängigkeit und Autonomie zurückgewinnen.

Diese Kombination aus unserem Fachwissen in der Agrarökologie, unserem starken Netzwerk im Land und der Möglichkeit, den Menschen nachhaltige Perspektiven zu bieten, veranschaulicht den Ansatz von SWISSAID auf beispielhafte Weise. Die Nothilfe erfolgt rasch und ist dennoch langfristig verankert.

Hilfe verändert sich

Solche humanitären Einsätze gewinnen stetig an Bedeutung. Angesichts weltweiter geopolitischer Instabilität und Wirtschaftskrisen sind die Preise für Grundnahrungsmittel stark von Marktschwankungen betroffen. Besonders im Globalen Süden verschärft sich die Situation. Zudem häufen sich extreme Wetterereignisse. Was früher als Ausnahme galt, ist heute die neue Realität. Dürren, Starkregen und Stürme folgen aufeinander und zerstören Ernten und Hoffnungen. Zu diesen Schwierigkeiten gesellen sich Konflikte und Sicherheitskrisen, die Not und Elend mit sich bringen.

Swissaid Nothilfe Niger Nicole Stolz im Gespräch mit Bäuerinnen

Nicole Stolz, Leiterin der Entwicklungszusammenarbeit, beim Besuch des Nothilfeprojekts in Niger. Hier sehen Sie die ersten Pflanzen aus dem Notfallsaatgut, um die angekündigte Hungersnot abzuwehren.

Plus sur notre travail

«Wenn man gegen den Hunger kämpfen muss und in seiner Existenz bedroht ist, spielen langfristige Projekte im ersten Moment kaum eine Rolle; man braucht unmittelbare Hilfe», fasst Nicole Stolz, Leiterin der Entwicklungszusammenarbeit, zusammen. Um in einer von Unsicherheiten geprägten Welt eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, ist die Umsetzung des «Triple-Nexus»-Prinzips entscheidend. «Dabei handelt es sich um die Verknüpfung von rascher humanitärer Hilfe, langfristiger Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung», erklärt sie.

SWISSAID konzentriert sich bei Nothilfeeinsätzen ausschliesslich auf Länder, in denen sie bereits mit Projekten vertreten ist. Dort ist die Stiftung stark verankert und verfügt über das nötige lokale Netzwerk. Die Art der Nothilfe wird gemeinsam mit den Partnerorganisationen und den Begünstigten festgelegt. Nur zusammen gelingt es, den Höhepunkt der Krise zu überwinden.