Saatgut in Zeiten des Klimawandels

Ein Pflänzchen Hoffnung

Ausgetrocknet oder weggeschwemmt: Auf den nährstoffarmen Böden im Niger hat es Saatgut schwer. In Zeiten des Klimawandels wird es deshalb immer zentraler, dass die Aussaat resistent gegen extreme Wetterverhältnisse ist. Dies haben auch die lokalen Bäuerinnen und Bauern erkannt. Ihr Wissen über die Verwendung von traditionellem Saatgut ist ein Kernelement auf dem Weg zu langfristiger Ernährungssicherheit.

Die Fakten

Land, Region:
Niger, Kiéché
Dauer:
März 2020 – Mai 2023
Begünstigte:
1348 Frauen und 487 Männer
Gesamtprojektbudget:
349’072 CHF

Die Ziele

Das Projekt erhöht die Erträge von Kleinbauernfamilien. So wird die Lebensgrundlage für die Bevölkerung der Gemeinde Kiéché nachhaltig verbessert. Durch Agroökologie wird eine bessere Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels erreicht. Besonders im Fokus stehen dabei der Regenfeldbau und der Gemüseanbau. Studien vor Ort haben gezeigt, dass diese Formen des Ackerbaus für die Region am geeignetsten sind.

Lokales Saatgut ist von existenzieller Bedeutung für Mensch und Umwelt: Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verhelfen die klimatisch angepassten Samenmischungen zu einer reichen Ernte. Familien profitieren von einer ausgewogenen Ernährung und einem gestärkten Immunsystem. Der Boden wird widerstandsfähiger und nährstoffreicher.

«Lokal» lautet die Lösung

Die Bevölkerung der Gemeinde Kiéché im Niger lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Wie viele andere  in der Region ist sie den zunehmend zerstörerischen Kapriolen des Wetters schutzlos ausgesetzt: Sintflutartige Regenfälle, Dürren und Schädlinge sind an der Tagesordnung. Ernteausfälle und Ernährungsunsicherheit für Tausende von Kleinbauernfamilien sind die Folge.

Dank traditionellem Saatgut keimt in Kiéché jetzt ein Pflänzchen Hoffnung. Industriellem Saatgut klar überlegen, braucht lokales Saatgut weniger Wasser und ist widerstandsfähiger. Und löst so gleich mehrere dringende Probleme.

klein, aber oho!

Im Niger bewirken kleine Samenkörner grosse Veränderungen: Lokales Saatgut sichert die Ernährungssicherheit von Kleinbauernfamilien. Mit Ihrer Spende säen Sie die Grundlage für ein Leben ohne Hunger und Armut.

Unabhängigkeit als Ziel

Zusammen mit der ländlichen Bevölkerung setzt sich SWISSAID für die Aufwertung von bäuerlichem Saatgut im Niger ein. Ziel ist eine nachhaltige Grundnahrungsmittelversorgung der Bevölkerung. Zu diesem Zweck wird in vier Gemüseanbaugebieten Saatgut und landwirtschaftliches Material verteilt. Während den ersten zwei Jahren erhalten die lokalen Produzenten nichthybrides Saatgut. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sollen langfristig in der Lage sein, das Saatgut zu vermehren und für zukünftige Aussaaten aufzubewahren. Gleichzeitig werden sie in agroökologischen Praktiken geschult und lernen, wie sie den Herausforderungen des Klimawandels begegnen können.

Vom Saatgut bis zum Ernteverkauf: Die Produktionskette des gesamten Projekts ist autonom. Die lokalen Familien profitieren von gesteigerten Erträgen und Ernteüberschüsse werden investiert: Zusätzlich zu ihren bestellten Feldern können die Kleinbauernfamilien eigene Gemüsegärten anlegen, eine Ziegen- oder Hühnerzucht beginnen und in die Bildung investieren.

So wächst schliesslich aus einem kleinen Samenkorn Hoffnung und Zukunft für eine ganze Gemeinde.