Am Freitag, den 4. Dezember 2020, liefen um die 1000 indigene Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche in das administrative Zentrum El Valle in der Region Bahia Solana ein.

Die Familien, allesamt Mitglieder der Embera-Gemeinschaft, kamen in kleinen Holzbooten auf dem Fluss an – vertrieben aus ihrer Heimat im Regenwald, nachdem ihr Anführer Miguel Tapí Rito am Morgen zuvor von paramilitärischen Kriminellen ermordet worden war. Die Embera, die über ein Jahrzehnt in Frieden leben konnten, sind sie seit einigen Jahren den Kämpfen zwischen Kokain-Kurieren und dem Staat ausgesetzt. Nun ist ein sicheres Leben in ihrer Heimat nicht mehr gewährleistet.

SWISSAID arbeitet seit mehreren Jahren mit den indigenen Gemeinschaften und speziell mit den Embera an der Pazifikküste zusammen, mit Fokus auf Aufforstungs- und Agroökologie-Projekte. Die Situation der Geflüchteten ist schwierig und die regionale Regierung hat bisher keine Hilfe zugesagt. SWISSAID unterstützt sie mit kleinen finanziellen Beiträgen, damit sie Essen kaufen können. Und ruft andere Organisationen – vor allem aber auch den Staat – dazu auf, die Embera vor Gewaltübergriffen zu schützen und ihre Rechte wiederherzustellen.

Ihre Spende verändert Leben

Dem Bauern in Ecuador. Der Mutter im Niger. Dem Jungen in Myanmar. Der Frau in Kolumbien. Der Familie in Tansania. Dem Mann im Tschad. Dem Mädchen in Indien. Dem Vater in Guinea-Bissau. Der Bäuerin in Nicaragua. Ihnen kommt Ihre Spende zugute.

«Wir wollen keinen Krieg mehr, wir wollen in Frieden leben»

 

«Wir, die indigenen Völker, wollen in Frieden und Harmonie mit der Natur leben», «Wenn Blut vergossen wird, stirbt auch die Erde», «Wir wollen keinen Krieg mehr, wir wollen in Frieden leben» – dies sind drei von vielen Parolen, die von den Embera gesungen wurden, als sie am 4. Dezember durch die Strassen von El Valle zogen. Das sind Proteste gegen die begangenen Taten der Kriminellen, aber vor allem auch für den Schutz ihres Landes, von dem sie ihren ganzen Reichtum ableiten. Als «Mutter Erde» betrachtet, sind ihre bewirtschafteten Parzellen ihr Lebensraum, ihre Nahrung und ihre Kultur in einem. Dies im extremen Kontrast zu den intensiven Abholzungen und den grossflächigen Monokulturen, die in den meisten Regionen betreiben werden und die Gemeinschaft bedrohen. Es muss deshalb das Ziel sein, Ruhe in die Region zu bringen, damit die Embera in ihre Heimat zurückkehren können.

Unser Projekt mit der Embera-Gemeinschaft