Nachhaltige Landwirtschaft in Ecuador

Kommt Not, hilft Agroökologie

Unsicherheit und Sorge prägten das Jahr 2020 – auch bei Mariana Hortas. Doch trotz der schwierigen Umstände blickt die Ecuadorianerin optimistisch in die Zukunft. Dank Agroökologie hat sie Grund zur Hoffnung für sich und ihre Familie.

Die Fakten

Land, Region:
Guaranda, Provinz Bolivar, Ecuador
Dauer:
April 2019 - Dezember 2021
Begünstigte:
1'070 Personen, davon 57 % Frauen. Indirekt: 5350 Personen.
Gesamtprojektbudget:
CHF 350'000

Die Ziele

Das Projekt trägt zur Verbesserung der Lebensbedingungen von ländlichen Kleinbauernfamilien in der Provinz Bolivar bei. In Kursen und Workshops wird Wissen über agroökologische Praktiken vermittelt sowie das Bewusstsein der Bevölkerung für den Klimawandel geschärft. Das Ziel ist die gestärkte Resilienz der Kleinbauernfamilien gegen klimatische Veränderungen.

1.5 Hektare, kaum fruchtbar, in steilem Gelände. So viel Land besitzen die Einwohner der Gemeinde San Lorenzo im Durchschnitt. Mit einer Armutsquote von 78 % gehört die Region zu den ärmsten in Ecuador. Viele der Kleinbauernfamilien pflanzen Mais in Monokulturen an. Die eingesetzten Chemikalien und die mangelnde Diversifizierung rauben dem Boden jedoch die letzte Fruchtbarkeit. Konstant geringere Erträge, weniger Einkommen und schlechtere Gesundheit – die Bauernfamilien rutschen in einen Teufelskreis. Zusätzlich schwächen die Monokulturen die Widerstandsfähigkeit gegen die immer extremeren Auswirkungen des Klimawandels.

Mit diesem Projekt versucht SWISSAID, die Bauernfamilien für die schädlichen Auswirkungen der Monokulturen zu sensibilisieren. Das Ziel ist eine Umstellung auf agroökologische Praktiken. Gemeinsam mit regionalen Behörden und lokalen Partnern führt SWISSAID Kurse und Workshops durch, die das Bewusstsein der Bevölkerung für den Klimawandel schärfen und ihr agroökologisches Wissen fördern.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in der Provinz  Bolivar schon deutlich spürbar. Es fällt immer weniger Regen. Selbst in der normalerweise niederschlagsreichen Winterzeit bleiben die Felder ausgetrocknet und dürr. Die eingesetzten Chemikalien auf den Monokulturen rauben den Böden noch mehr Fruchtbarkeit. 

Mit Mischkulturen gegen die Krise

März 2020. Mariana Hortas nimmt Teil an einem Workshop von SWISSAID über Agroökologie. Zum ersten Mal kursieren Gerüchte über eine kommende Pandemie. Ein paar Wochen später wird von der Regierung der Notstand verhängt. Mit ihrer Familie zieht sie auf den Bauernhof, den sie von ihren Eltern geerbt hat. Dort setzt sie schon seit einigen Jahren die in den Workshops erlernten Prinzipien der Agroökologie um. Sie baut Mischkulturen an und produziert ihren eigenen Dünger. «Es ist, als ob ich instinktiv wusste, dass mir diese Techniken in Zukunft auf die eine oder andere Weise dienen würden», sagt sie.

Im Workshop von SWISSAID werden Kenntnisse über agoökologische Praktiken vermittelt. Während ihrer Teilnahme im März 2020 zeichnet Mariana Hortas einen Pflanzungsplan für ihr Grundstück. Das erlernte Wissen über nachhaltige Landwirtschaft hilft ihr und ihrer Familie während des Lockdowns. 

Während des Lockdowns ist Mariana Hortas dank Agroökologie in der Lage, sowohl ihre eigene Familie als auch die ihres Bruders zu versorgen. Vor der Pandemie galt sie mit ihrer agroökologischen Anbauweise in der Region lange als Rebellin. «Nun konnte ich sogar Lebensmittel und Setzlinge mit meinen Nachbarn teilen, deren konventionelle Praktiken nicht genug Ertrag brachten», erzählt sie.

In der Agroökologie werden Nahrungsmittel auf Basis natürlicher Kreisläufe und ohne Pestizide produziert. So ist agroökologische Landwirtschaft resistenter gegen externe Einflüsse wie dem Klimawandel und garantiert eine lokale Nahrungsmittelversorgung auch in Zeiten der Pandemiekrise.

Vom Mut, gleich zu sein

Hausarbeit, Kochen, Instandhaltung der Farm – die Arbeiten häufen sich. Mariana Hortas fühlt sich ausgelaugt und überfordert: «Mir wurde klar, dass ich es nicht alleine schaffen kann. Die Workshops von SWISSAID, welche auch die Geschlechtergleichstellung thematisierten, bestärkten mich darin, die Männer in der Familie in die harte Arbeit miteinzubeziehen.» Mit Erfolg: Heute leisten ihr Mann, ihr Bruder, ihre Neffen und ihr Sohn einen Effort auf dem Hof. In dem konservativen, von Machokultur geprägten Land ist dies ein bedeutender Schritt nach vorne.

Inmitten aller Unsicherheiten wird eines klar: Die Pandemie rückt den dringend notwendigen gesellschaftlichen- und landwirtschaftlichen Wandel ins Scheinwerferlicht. Einmal angestossen, schenken die positiven Veränderungen Menschen wie Mariana Hortes Hoffnung auf eine sicherere Zukunft.

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