Kleines Schild - grosse Wirkung

Kleinbäuerinnen kämpfen um ihren Wald

Die Wälder im Norden von Myanmar sind riesig. Doch die Bevölkerung, die seit jeher davon lebt, hat wenig davon. Grossinvestoren zerstören mit ihren Bananenplantagen das Land. Mit Beharrlichkeit, Ausdauer und der Hilfe von SWISSAID gelingt es der Dorfgemeinschaft, ihr Recht einzufordern.

Die Fakten

Land, Region:
Myanmar, Kachin
Dauer:
Januar 2019 bis Dezember 2021
Begünstigte:
1446 Haushalte
Gesamtprojektbudget:
268’582 CHF

Die Ziele

Das Projekt zielt darauf ab, die Lebensgrundlagen der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu verbessern. Dabei geht es vorderhand um sichere Besitzverhältnisse für ihre Wälder und ihr Ackerland. Zudem sollen Frauen gestärkt werden. Sie sollen besser in die Entscheidungsprozesse der Gemeinden eingebunden werden.

Projektüberblick

Daw Kaw Daung Naw ist glücklich. Sehr glücklich. Seit September 2020 hat sie ein offizielles Waldnutzungsrecht. Sie hält das Zertifikat mit Stempel fest in ihren Händen. Die Regierung hat ihrer Dorfgemeinschaft das Nutzungsrecht von insgesamt 1410 Acres, das sind rund 5’706’068 Quadratmeter, über einen Zeitraum von 30 Jahren zugesprochen. «Dieses Papier gibt uns Sicherheit. Sicherheit, dass wir die Ernte behalten können. Sicherheit für unsere Kinder. Sicherheit, dass unser Lebensraum erhalten bleibt.»

David gegen Goliath

Daw Kaw Daung Naw wohnt im kleinen Dorf Ding Gong Yan. Die Gemeinde im Norden von Myanmar ist umgeben von riesigen Wäldern. Wunderschön. Und sehr begehrt. Einen grossen Teil der Fläche haben sich Grossinvestoren unter den Nagel gerissen. Sie wälzen Bäume um, pflanzen grosse Monokulturen wie Bananenplantagen drauf. Sie beuten so den Boden aus und untergraben die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung.

Da die Besitzverhältnisse oft nicht eindeutig sind, waren die Waldrechte der Dorfbevölkerung nicht gesichert: «Wir hatten Angst, dass sie unsere Ernte konfiszieren würden», sagt Daw Kaw Daung Naw. Die kleinen Felder am Rande des Waldes im Osten des Dorfes sind die wichtigste Lebensgrundlage. Dort pflanzt sie Ingwer, Kürbis und Bergreis an. Den Überschuss verkauft die Witwe auf dem Markt.

Als sie vor über sechs Jahren von Partnerorganisationen von SWISSAID aufgefordert wurde, sich als Gemeinschaft zusammen zu tun, um für ihre Rechte einzustehen, zögerte sie nicht lange. Seither setzt sich die Waldcommunity für den Erhalt des Waldes ein. In Workshops lernen die Mitglieder zudem die Grundsätze der Agroökologie kennen. Sie lernen biologische Düngemethoden einsetzen und pflanzen heimische Produkte, gezogen aus eigenem Saatgut.

Mit viel Geduld

Nach sechs Jahren Arbeit konnte nun eine reichhaltige Ernte eingefahren werden: Das offizielle Zertifikat der Regierung. Damit ist die Waldcommunity rechtmässige Besitzerin. Zu den Rechten gesellen sich auch Pflichten: Es dürfen keine Wälder abgeholzt werden, der Raubbau muss verhindert werden. Zur Ressource Wald muss Sorge getragen werden. Dies einzuhalten fällt der Community leicht, sind die Vorgaben doch ganz in ihrem Sinn. Denn die Comunity lebt seit jeher eng mit dem Wald zusammen. Daw Kaw Daung Naw betont: «Es ist unser Lebensraum!»

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