Agroökologie statt Abwanderung

Agroökologie in den Anden: Vom Einheitsbrei zur Mischkultur

Früher war alles besser? Nicht in Ecuador, nicht für Raul Upaya Romero. Bei ihm haben die Kurse in Agroökologie offensichtlich Spuren hinterlassen. Auf dem einst karg bewirtschafteten Land des Kleinbauern in den Anden Ecuadors spriesst heute eine Vielzahl verschiedener Gemüse.

Die Fakten

Land, Region:
Ecuador, Alausí
Dauer:
Oktober 2017 - Februar 2021
Begünstigte:
362 Bäuerinnen und Bauern, indirekt 1'635 Personen
Gesamtprojektbudget:
240'651 CHF

Die Ziele

Dieses Projekt hat zum Ziel, die Abwanderung von Mitgliedern indigener Familien zu verringern. Hierfür werden Bäuerinnen und Bauern in der agroökologischen Produktion geschult. Mit dieser Anbaumethode kann einerseits die Ernährungssicherheit für die Familien erhöht werden und andererseits werden so attraktive Produkte für den lokalen Markt hergestellt.

Der 37-jährige Raul Upaya Romero weiss, was Arbeit bedeutet. Bereits als Kind musste er sich im Unterland auf den Zuckerrohrplantagen verdingen und bekam auch mal Schläge anstatt Lohn.

Als Jugendlicher kehrte er in das Dorf seiner Eltern zurück, die ihm Grundkenntnisse im Ackerbau vermittelten. Doch das Geld reichte hinten und vorne nicht. Raul wanderte in die nächstgrössere Stadt ab – und kam erst zurück, als seine Frau ein Stück Land erbte.

Heute stehen Raul Upaya Romero und seine Familie stolz auf ihrem Acker: «Das ist unser Leben, das ist die Zukunft unserer Familie.»

Dank Agroökologie kann er die Familie ernähren

Der Anfang war beschwerlich, der Boden durch Monokulturen, chemischen Dünger und Pestizide belastet. «Die Kurse in Agroökologie haben mir sehr geholfen», sagt Raul. «Heute kann ich meine drei Kinder und meine Frau ernähren.»

Auf den Feldern, auf denen einst bloss Kartoffeln und Bohnen wuchsen, spriessen heute eine Vielzahl verschiedener Gemüse und Futterpflanzen für die Tiere. Die meisten Bauernfamilien im Dorf produzieren ökologisch, was den gegenseitigen Austausch erleichtert.

Raul Upaya Romero will zum Ende des Gesprächs eines unbedingt loswerden: «Ein unendliches Dankeschön für die Hilfe, Merci an SWISSAID und alle, die Geld dafür gegeben haben!»