Einer der Schwerpunkte der Veranstaltung war CROPS4HD. Für dieses 2021 lancierte Projekt arbeitet SWISSAID eng mit der Allianz für Ernährungssicherheit Afrika (AFSA) und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in den Ländern Tansania, Tschad, Niger und Indien zusammen. Unterstützt wird es von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Das Ziel: Mit agrarökologischen Methoden und vergessenen Nutzpflanzen (s. unten) eine gesunde und ausreichende Ernährung, insbesondere für Frauen, zu garantieren.
Erste Erkenntnisse aus Evaluationen in Tansania zeigen erfreuliche Ergebnisse: «Die Ernährungssicherheit nimmt insgesamt zu. Die Mahlzeiten werden ausgewogener und reichhaltiger», so Veronica Massawe. Zwar ist der Umstieg von einer intensiven hin zu einer extensiven Landwirtschaft für die Bäuerinnen mit Stolpersteinen verbunden, wie eine Umfrage bei über 200 Begünstigten zeigt. Die Erträge auf den Feldern nehmen im ersten Jahr ab, doch schon bald steigen sie wieder, zumeist deutlich über das vorherige Niveau. Zudem verringern sich die Produktionskosten, weil der Preis für teure Düngemittel, Pestizide und Saatgut wegfallen. Unter dem Strich bleibt den Haushalten also mehr zum Leben.
«Die Ernährungssicherheit nimmt insgesamt zu. Die Mahlzeiten werden ausgewogener und reichhaltiger», Veronica Massawe, SWISSAID-Mitarbeiterin in Tansania
Dies kann Amina Mohamed bestätigen. Die 40-jährige Kleinbäuerin wohnt in der Pwani-Region, im Osten Tansanias. Mit der Unterstützung von SWISSAID hat sie vor fünf Jahren ihre Felder auf Biolandbau umgestellt. Heute pflanzt sie eine Vielzahl von Gemüsen, Früchten und Weizen. Die selbst gezogenen Tomaten verkauft sie jeweils auf dem Markt in der nahe gelegenen Stadt. Pro Kilo erhält sie 2000 Shilling. Das sind umgerechnet 70 Rappen. Mit den herkömmlichen Tomaten erreichte sie einen Preis von 600 Shilling.
Um Ungeziefer fernzuhalten, mixt sie einen Brei aus Chili, Aloe Vera und der Rinde des Niembaumes. Als Dünger verwendet sie kompostierten Mist von den Kühen und Hühnern. Teure und schädliche Mittel gehören der Vergangenheit an. «Dadurch haben sich meine Ausgaben massiv gesenkt», so Amina Mohamed.
Nicht nur wirtschaftlich, auch gesundheitlich hat der Wechsel positive Wirkungen. «Heute esse ich viel abwechslungsreicher, und ich esse Gemüse auch mal direkt vom Feld. Das habe ich früher, als ich noch Pestizide eingesetzt habe, nie gemacht. Ich fühle mich wohler und bin weniger krank», so Amina Mohamed.