Rohstoffe

Silberstreifen in Goldminen

Tansanias Reichtum an Bodenschätzen ist mehr Fluch als Segen. Der Bergbau bringt Korruption, Unsicherheit und Ungleichheit mit sich. Zahlreiche Akteure arbeiten an einer Verbesserung im Rohstoffsektor.

 

Die Fakten

Land, Region:
Tansania, Mwanza, Arusha und Dar es Salaam
Dauer:
Mai 2018 - Dezember 2022
Begünstigte:
1500 Frauen, Männer und Kinder sind vom Goldbergbau in den unterstützten Minen abhängig
Gesamtprojektbudget:
1'334'729 CHF

Die Ziele

Das Projekt zielt darauf ab, den Grad an Transparenz und Rechenschaftspflicht im tansanischen Rohstoffsektor auf lokaler und nationaler Ebene zu verbessern. Es zielt auch darauf ab, die Bergbau- und Handelsstandards im Teilsektor Kleinbergbau, der in Tansania etwa 1,5 Millionen Menschen beschäftigt, zu verbessern.

Seit einigen Jahren wächst der Bergbausektor in Tansania rasant. In den Goldregionen Mwanza und Arusha im Norden des Landes wimmelt es von kleinen und mittelgrossen, handwerklich betriebenen Minen. Fast eineinhalb Millionen Menschen sind vom Goldabbau abhängig. Eine staatliche Regulierung dieses Sektors fehlt weitgehend, meist werden die Minen durch Familien oder ungeschulte Verantwortliche informell betrieben. Ergebnis: Veraltete Infrastrukturen, grosse Ungleichheiten und schwierige und gefährliche Arbeitsbedingungen schaden den Arbeitern und der umliegenden Bevölkerung.

Die Bergleute arbeiten ungeschützt. Ihre Hände und Füsse halten sie ständig in grosse Quecksilberwannen.

Elend der modernen Zeit

Die ersten Opfer dieser fehlenden Regulierung sind die Minenarbeiter, die Frauen und die Kinder. Céline Krebs, Mitglied von SWISSAID Genève, hat vier Minen besucht und ist erschüttert über die «moderne Form der Sklaverei», die sie dort gesehen hat. «Männer lagen erschöpft auf dem nackten Boden, nachdem sie stundenlang in engen und stickigen Gängen nach Gold gegraben hatten, um einige Gramm zu gewinnen.» Etwas weiter weg, am Rande der Minen, kaufen junge Frauen den Minenarbeitern Erzreste ab, die sie mit blossen Händen in riesige, mit Quecksilber gefüllte Gruben tauchen. Eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt.

„Es war schockierend zu beobachten, wie die Bergleute, erschöpft nach stundenlangem Arbeiten in einem engen, schlecht belüfteten Schacht, mit schlechter Beleuchtung und ohne Kommunikationsmittel aus dem Bau kamen. Wenn Sie Glück hatten, fanden sie ein paar Gramm Gold„, berichtet Céline Krebs, Mitglied von SWISSAID Genf, bei einem Besuch in den Minen.

Ein verantwortungsvoller Bergbau ist im Entstehen

Trotz des Ressourcenmangels sind die schlechten Bedingungen im Bergbausektor vermeidbar. Die Nsangano-Goldmine gehört zu den ersten Minen in Tansania, die nach Fair-Trade-Standards betrieben werden. Hier tragen die Arbeiter Arbeitskleidung, Handschuhe und Schutzmasken, die Infrastruktur ist robust, Kinderarbeit verbannt und die Löhne sind besser. SWISSAID will die Entwicklung von verantwortungsbewusst geführten Minen wie Nsangano unterstützen und so zu einem besseren Leben der Menschen in und um die Minen beitragen.

Dies ist Teil eines neuen Projekts von SWISSAID für einen verantwortungsvolleren Bergbau in Tansania. 2017 trafen sich dafür Aktivisten, Experten, Parlamentarier, Mitglieder von Regierung und Zivilgesellschaft und Vertreter der grossen Bergbauunternehmen an zwei Tagungen. Die Teilnehmer einigten sich auf verschiedene grundlegende Reformen. Es wurde auch eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der wichtigsten staatlichen und zivilen Institutionen im Bergbaubereich eingerichtet, welche diese Reformen ausarbeitet, sie der Regierung unterbreitet und ihnen Geltung verschaffen soll.

Die Zukunft der Bergwerke wird durch Fairtraid-Minen mit sichereren Arbeitsbedingungen, weniger Auswirkungen auf die Umwelt und einer besseren Entlohnung der Beschäftigten gesichert.

Auch die Gesellschaft spielt eine Rolle

Um eine verantwortungsvollere Nutzung zum Nutzen aller zu erreichen, organisierten SWISSAID und ihre lokalen Partner Hakirasilimali – die tansanische Zweigstelle von Publish What You Pay – und das Internationale Institut für Umwelt und Entwicklung zwei Konferenzen. Aktivistinnen und Aktivisten, Parlamentarierinnen und Parlamentarier und Vertreterinnen und Vertreter grosser Bergbauunternehmen nahmen daran teil. Sie einigten sich auf einen „Nationalen Aktionsplan“ zur Reform des  Bergbausektors und zur Festlegung nachhaltiger und ethischer Standards. Eine Arbeitsgruppe ist für die Umsetzung dieses Aktionsplans verantwortlich.

Ihre Spende verändert Leben

Dem Bauern in Ecuador. Der Mutter im Niger. Dem Jungen in Myanmar. Der Frau in Kolumbien. Der Familie in Tansania. Dem Mann im Tschad. Dem Mädchen in Indien. Dem Vater in Guinea-Bissau. Der Bäuerin in Nicaragua. Ihnen kommt Ihre Spende zugute.
14.02.2020

Einflussreiche Partner

Eine Partnerin von SWISSAID vor Ort – Die Stiftung für die Entwicklung von ASM (FADEV) – hat Mitte Februar 2020 einen Workshop zum Thema lanciert. In Tansania war das Medienecho gross. In der Schweiz gab es dazu ein Interview auf RTS.