Pàramo schützen

Endlich Wasser in Guangaje

Das richtige Material in der Hand, das nötige Wissen im Kopf: Mit etwas Unterstützung helfen sich Kleinbauernfamilien in Ecuadors Anden selbst aus der Misere. In Wasserkomitees organisiert, schützen sie die wertvollen Wasserreserven langfristig – und wappnen sich damit auch gegen den Klimawandel.

Die Fakten

Land, Region:
Ecuador, Cotopaxi
Dauer:
September 2018 - Dezember 2020
Begünstigte:
570 Kleinbauernfamilien, das sind 2‘800 Menschen und 35 % aller, die im Projektgebiet leben
Gesamtprojektbudget:
322‘978 CHF

Die Ziele

Sichere Ernährung dank einer nachhaltigen Landwirtschaft und einer besseren Wasserversorgung für indigene Kleinbauernfamilien: das ist das erklärte Ziel des Projekts im andinen Hochland Ecuadors. Die Grundlage zur langfristigen Problemlösung bildet die agroökologische Landwirtschaft. Kleinbauernfamilien lernen moderne und dem Standort angepasste Anbautechniken und wenden die erworbenen Kenntnisse an. Neben der besseren Wasserversorgung gehören eine artgerechte Kleintierzucht und -haltung, energieeffiziente Küchen, Sanitäranlagen und die Schulung in politischer Mitwirkung zu den Projektzielen.

Nebelschwaden in hügeliger Landschaft, ein Lama guckt sparsam aus der Wäsche, Hühner eilen geschäftig herum, Schafe grasen gewohnt gemächlich. Eine Frau wäscht auf dem Waschstein vor ihrer Hütte. Idyllisch – nicht?

Aber der Alltag der Menschen, die in der Gemeinde Guangaje mitten in der Provinz Cotopaxi leben, ist alles andere als das. Hier leben rund 90 Prozent der Einwohner unter der Armutsgrenze, die meisten sind mangel- oder unterernährt. Auf dem kleinen Stück Land, das ihrer Selbstversorgung dient, wächst schlicht nicht genug. Zugang zu Wasser? Davon können die meisten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bis heute nur träumen.

Zunehmend spielt das Wetter verrückt. In der Regenzeit bleibt es trocken, in der Trockenzeit dagegen regnet es immer häufiger. Und ungewöhnlich heftig. Überschwemmungen, Bodenerosionen, gestörte Produktionszyklen auf dem Feld – hier, auf 3000 Metern über Meer, zeigen sich die Folgen des Klimawandels längst von der hässlichen Seite.

Die Ressource Wasser ist kostbar. Mit dem Páramo und seiner dichten Grasdecke verfügt die Gegend über eine Vegetation, die sehr viel Wasser aufnehmen kann – ein wichtiges natürliches Wasserreservoir. Doch der Pàramo ist gefährdet, etwa weil vermehrt Bäume gepflanzt werden, die hier nichts zu suchen haben.

Fixer Wassertarif: Jede Familie zahlt pro Monat umgerechnet einen Franken. Mit dem Geld wird hauptsächlich der Wasserwart bezahlt. Was übrigbleibt, kommt in einen Fonds. 

Alle helfen mit – auch mit Geld

Um ihnen dauerhaft Zugang zu Wasser zu verschaffen, müssen Wassereinzugs- und Quellgebiete besser geschützt und nachhaltiger bewirtschaftet werden. Das gelingt nur, wenn lokale Basisgruppen fachlich und finanziell unterstützt und organisatorisch gestärkt werden.

In Wasserkomitees organisiert, sanieren und bauen sie sieben Trinkwasserversorgungsanlagen für 1’750 Personen. 76 Kleinbewässerungssysteme stellen sicher, dass das, was die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern anbauen, künftig bis zur Ernte gedeiht.

In drei Ortschaften in Guangaje hat der Ansatz von SWISSAID bereits gefruchtet: «Wir erhielten Baumaterial, einen finanziellen Beitrag haben wir selbst geleistet. Dann haben wir gemeinschaftlich ein grosses Wasserreservoir und Wasserleitungen gebaut», so Daniel Otto Lutuala, Präsident des Wasserkomitees in Candela Fasso. Sein Amtskollege in Tigua Rumichaca ist vom Ergebnis begeistert: «Früher hatten wir hier nicht mal Wasser zum Kochen – heute gibt es Wasserleitungen bis zu den Häusern und die Familien haben rund um die Uhr Zugang zu sauberem Trinkwasser», so Juan Manuel Chusín.

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