Die Veranstaltungen der zweiten Version der «Tage der Agrarökologie» des Vereins «Agroecology works!» zeigen auf: Es isst auch anders – in der Schweiz und weltweit. Die Agrarökologie basiert auf nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken, die gegenüber dem Klimawandel resilienter sind. Sie fördert eine gesunde Ernährung mit lokalen Lebensmitteln und ist durch wissenschaftliche Forschung validiert. Ferner ist Agrarökologie auch eine soziale und politische Bewegung zugunsten der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Die verschiedenen Aktivitäten, die vom 1. bis 31. Oktober angeboten werden, zielen einerseits darauf ab, der Öffentlichkeit die Vielfalt dieses Ansatzes näherzubringen und andererseits Synergien zwischen den Akteurinnen und Akteuren in diesem Bereich zu fördern.

Neue Lösungen für die Schweizer Landwirtschaft

«Die Agrarökologie kann neue Lösungen für die alpine Landwirtschaft, die während des Hitzesommers besonders betroffen war, bieten», sagt Politikerin Lea Ferrari. Sie ist Abgeordnete im Grossen Rat des Kantons Tessin und Vorstandsmitglied von «Agroecology works!». Mit ihrer Aussage spricht sie einige der Chancen der Agrarökologie an: Die Schweiz als Alpenland ist im Vergleich zum europäischen Durchschnitt doppelt so stark vom Klimawandel betroffen. Die Agrarökologie zeigt den Weg zu einer Transformation unserer Landwirtschaft hin zu mehr Klimaresilienz und wird vielerorts bereits erfolgreich umgesetzt (siehe 2. Beispiele).

Prof. Dr. Johanna Jacobi, Professorin an der ETH und ebenfalls im Vorstand von «Agroecology works!», fügt hinzu: «Das derzeitige agroindustrielle Ernährungssystem ist nicht nur in Anbetracht des Klimawandels nicht zukunftsfähig, sondern führt auch zu sozialer Ungleichheit. Die Agrarökologie führt von der Vereinheitlichung zur Vielfalt, von der Gewinnmaximierung zur Solidarität, vom Raubbau zur Wiederherstellung und stellt das Leben über den Fokus auf Profit». Mit ihrer Aussage spricht sie einige der Grenzen des derzeitigen Ernährungssystems an und beantwortet gleichzeitig die Frage, warum Agrarökologie zukunftsorientiert ist.

Blick nach Süden

Die Tage der Agrarökologie richten ihren Blick auch nach aussen. Die Teilnehmenden können sich über erfolgreiche Erfahrungen in der südlichen Hemisphäre informieren, die besonders stark vom Klimawandel betroffen ist.

Programm

Die Tage der Agrarökologie zeigen umfassend Alternativen zur derzeitigen Krise unseres Ernährungs- und Landwirtschaftssystem auf; sie fokussieren sich auf das Konstruktive. Die knapp 100 Organisationen und Projekte, die während der Eventreihe vorgestellt werden, weisen den Weg hin zu einer nachhaltigen, gerechten und gesunden Landwirtschaft und Ernährung für alle. Da eine Transformation des ganzen Ernährungs- und Landwirtschaftssystem angestrebt wird, sind die Veranstaltungen breit und vielfältig, und sprechen verschiedene Sektoren an (z.B. Landwirtschaft, Verarbeitung, Wissenschaft,…). Das vollständige Programm der Tage der Agrarökologie findet sich auf dem Flyer und der Webpage.

Kontaktpersonen

Für die Deutschschweiz

  • Johanna Jacobi, Professorin für agrarökologische Transition an der ETH Zürich und Vorstandsmitglied von «Agroecology works!», johanna.jacobi@usys.ethz.ch; +41 44 632 47 53

Für die Romandie

  • Gaelle Bigler, Koordinatorin der Tage der Agrarökologie 2022 in der Romandie und Mitglied der Arbeitsgruppe für Urbane Agrarökologie der «Swiss Academic Society for Environmental and Ecological resersach (SAGUF)» und zahlreichen anderen Organisationen,g.bigler@agroecologyworks.ch; +41 79 486 59 01

Zum Verein

Agroecology works! ist ein 2019 gegründetes Netzwerk, das verschiedene zivilgesellschaftliche, landwirtschaftliche und akademische Organisationen zusammenbringt. Ziel ist es, den Wandel hin zu einem nachhaltigen, gesunden und gerechten Ernährungssystem für alle basisorientiert voranzutreiben. Dabei dient die Agrarökologie als Leitidee. Weitere Informationen hier.

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