Seit Wochen hat die Schliessung der Strasse von Hormus den Welthandel destabilisiert. Insbesondere die schwankenden Rohstoffpreise sind global spürbar – auch in unseren Projektländern.
In Myanmar haben sich die Treibstoffpreise laut offiziellen Angaben der Regierung im Vergleich zu der Zeit vor dem Krieg im Iran verdoppelt. In Norden des Landes, wie zum Beispiel im Bundesstaat Kachin, wo sich das SWISSAID Myanmar Koordinationsbüro befindet, sind die Preise jedoch noch höher. Die Menschen bezahlen bis zu 300% mehr für Benzin und Gas als im südlichen Rangun. Die Preiserhöhungen betreffen nicht nur Treibstoffe: Auch Alltagsprodukte und Lebensmittel sind betroffen und damit schwerer zugänglich.
«Momentan steigen in Tansania die Lebenskosten aufgrund der steigenden Inflation und den jüngsten Preisanpassungen für Treibstoffe weiter an», berichtet Betty Malaki, die Landesverantwortliche für SWISSAID Tansania. Im April sind die Benzinpreise bereits um 33,4% gestiegen – ein Trend, der sich im Mai fortsetzt. An den Marktständen zahlen die Menschen für Mais, Bohnen und Reis heute 50% mehr. Der Kilopreis für Rindfleisch ist seit Beginn der Krise von 9’000 auf 12’000 tansanische Schilling gestiegen, der für ein Ei von 300 auf 400 Schilling.
Auch im Tschad sind ähnliche Trends zu beobachten. Bereits im April haben sich die Preise für einen Liter Treibstoff und Motoröl in den Provinzen verdoppelt. Lebensmittel werden immer weniger erschwinglich: Mittlerweile kostet ein Kilo Fleisch doppelt so viel wie zuvor, und ein Liter Öl sowie eine Packung Zucker sind 50% teurer, meldet SWISSAID Tschad.
In Indien hingegen machen vor allem der Mangel an Gas zum Kochen den Haushalten, Restaurants und Strassenverkäufern zu schaffen; kleinere Betriebe haben bereits vorübergehend ihre Arbeit reduziert oder sogar eingestellt.
In den ländlichen Gebieten, wo SWISSAID im Einsatz ist, machen sich die Lieferengpässe und Preiserhöhungen besonders bemerkbar. Aufgrund der höheren Benzinpreise haben einige Transportbetriebe ihre Fahrten pausiert – oder die Preise erhöht. In der Gegend um Kalkutta sind die Tickets um 67% teurer geworden, meldet SWISSAID Indien. Viele lokale Bäuerinnen und Bauern können sich den Weg zu den Märkten nicht mehr so oft leisten und müssen mit signifikanten Einkommensbussen rechnen.
