Der Niger ist ein Land, das besonders unter dem Klimawandel leidet. Warum?
Niger erlebt seit Jahren extreme Wetterereignisse. Dürrejahre, sehr hohe Temperaturen, Sturzfluten und Überschwemmungen wechseln sich ab. Dadurch ist die natürliche Ressourcenbasis stark angegriffen. Gleichzeitig ist die Klimapolitik eine Politik der Zentralregierung, die der Dezentralisierung nicht gerecht zu werden vermag. Klimadaten sind beispielsweise nach wie vor stark aggregiert und nur national vorhanden. Sie vermögen lokale Unterschiede nicht abzubilden. Gerade eine gute lokale Datenlage wäre aber notwendig, um eine kohärente Klimaanpassungspolitik umsetzen zu können, die auf die verwundbarsten Regionen und Menschengruppen eingeht.
Wie ist das Bewusstsein der Bevölkerung vor Ort zum Klimawandel? Nehmen die Menschen in unserer Projektregion Kiéché den Wandel wahr?
Dadurch dass die landwirtschaftliche Saison durcheinander ist, mal früher, mal später, mal fast gar nicht gesät werden kann, oder die Ernte aufgrund zu wenig oder zu viel Regen verdirbt, fühlen die Menschen den Klimawandel sehr gut. Sie sind direkt am eigenen Leib betroffen. Die wenigsten können genügend ernten, um ihrer Familie drei Mahlzeiten am Tag zuzubereiten… Die Konsequenz: Männer ziehen weg, auf der Suche nach neuen Einkommensquellen. Die Frauen bleiben mit der Pflege der Alten, der Kinder, der Kranken, der Landwirtschaft und dem Hunger auf sich allein gestellt.
