Die Mehrheit der Vereinsmitglieder sind junge Erwachsene – Söhne und Töchter von Bäuerinnen und Bauern. Sie haben Abschlüsse in Agrarwissenschaft, Umweltwissenschaften, Design oder Kommunikationswissenschaften. Nach einem Studium in Bogotá oder sogar im Ausland haben sie sich für die Rückkehr aufs Land entschieden, überzeugt davon, dass ihre Heimat eine blühende Zukunft verdient – und dass sie am besten in der Lage sind, diese zu realisieren.
Es sind Berufsprofile, die sich deutlich vom Trend in Lateinamerika abheben. Kolumbien selbst hat in den letzten 70 Jahren einen intensiven und raschen Urbanisierungsprozess durchlaufen. Der Anteil der Bevölkerung, der in städtischen Gebieten lebt, hat sich zwischen 1950 und 2018 fast verdoppelt und ist laut der letzten nationalen Volkszählung von 38,3% auf 75,5% gestiegen. Vor allem junge Menschen ziehen in die Städte. Doch mit ihrer Abwanderung bricht ein ganzes Ernährungssystem zusammen, was mit ernsten negativen Folgen für die Umwelt einhergeht.
Denn die Bauernfamilien produzieren nicht nur Lebensmittel, sie sind auch die Hüterinnen und Hüter der umliegenden Allmenden. Sie verwalten Wasserquellen, schützen die Böden, behalten Brandrisiken im Auge und bewahren lokales bäuerliches Saatgut. Verliert eine Region ihre Bäuerinnen und Bauern, verliert sich auch die tägliche Arbeit, die ihre Ökosysteme erhält. Diese verlassenen Flächen kommen daher in den Fokus von Grossinvestoren, die die einst diversifizierten Nutzflächen durch industrielle Monokulturen ersetzen könnten. Junge Menschen sind daher zentral für den agrarökologischen Wandel. Sie sind besonders geeignet, um die Transformation von Ernährungssystemen voranzutreiben, da sie eine Brücke zwischen lokalem, traditionellem Wissen und moderner Technologie und Wissenschaft schlagen können.