2025 unter der Lupe

Das Jahr 2025 begann mit einem abrupten Paradigmenwechsel: Die US-Regierung entschied sich, die Entwicklungsagentur USAID zu schliessen und sich vielerorts aus der internationalen Zusammenarbeit zurückzuziehen. Mehrere europäische Länder folgten diesem Beispiel und kündigten ebenfalls umfangreiche Sparprogramme an. Auch in der Schweiz wurde die politische Debatte hitzig. Das Parlament hat für 2025 das Budget für internationale Zusammenarbeit um 110 Millionen Franken gekürzt.

Dabei braucht es angesichts der weltweiten Kriege und Klimakrisen weiterhin internationale Zusammenarbeit – auch wenn die Finanzmittel weiter schwinden. Das Magazin «The Lancet» prognostiziert bis 2030 zehn Millionen zusätzliche Todesfälle, wobei Kinder unter fünf Jahren zu den am stärksten betroffenen Opfern gehören werden.

Auch in der Zivilgesellschaft wird weiter mobilisiert. Die Solidarität wächst. SWISSAID selbst hat selten so viele Spenden und Vermächtnisse von Stiftungen, Institutionen und Privatpersonen verzeichnet wie im Jahr 2025. Dank Ihrer Unterstützung und einer starken lokalen Verankerung konnten wir Hand in Hand mit den Menschen vor Ort arbeiten, um die Lebensbedingungen der Bedürftigsten zu verbessern.

Solidarity First!

«In dieser unsicheren Welt bewies ­SWISSAID im vergangenen Jahr Resilienz und Innovation. Gemeinsam mit unseren ­Partner:innen wie Sufosec richten wir unsere Arbeit auf wachsende Unsicherheiten aus. Wir stärken lokale Strukturen und fördern die Lokalisierung unserer Programme.

Unsere Antwort auf diese Herausforderungen ist klar: Solidarity first! Denn nachhaltige Veränderungen entstehen dort, wo Menschen gemeinsam handeln – über Grenzen hinweg.»

Fabian Molina, Präsident von SWISSAID

Jetzt den Jahresbericht 2025 lesen (PDF)

Unsere Schwerpunkte

In einem Jahr, das von politischen Spannungen und Budgetkürzungen geprägt ist, setzen wir unser Engagement fort. Wir fokussieren uns mehr denn je darauf, Nothilfe zu leisten, lokale Ressourcen zu nutzen und uns auf konkrete Daten zu stützen.

Im Fokus: Nothilfe

104’311 Menschen in besonders prekären Umständen erhielten Zugang zu lebenswichtigen Hilfsmitteln und Unterstützung, um die Krise zu überwinden und ihr Leben wieder aufzubauen. Nothilfe ist angesichts von Klimakrisen, Naturkatastrophen und Konflikten wichtiger denn je.

Besonders aktiv waren wir in Myanmar und im Flüchtlingslager Farchana im Tschad.

Im Fokus: Lokale Lösungen fördern

Unsere Projekte basieren auf der Entwicklung lokaler Lösungen und Perspektiven.

Im Vordergrund stehen die Förderung und Ausbildung junger Menschen, um ihnen Alternativen zur Landflucht und zur Migration anzubieten. Durch technische und finanzielle Unterstützung, sowie Schulungen zu Kleinunternehmertum, ermöglichen unsere Initiativen es jungen Menschen ein stabiles Einkommen zu erzielen und selbst echte Veränderungen in ihrer Gemeinschaft zu bewirken. Dieser Ansatz stärkt die lokale Wirtschaft und beweist, dass junge Menschen mit den richtigen Instrumenten auch in ihrer Heimat ihr Potenzial entfalten können.

Damit diese lokalen Entwicklungen auch längerfristig bestehen, führen wir zudem Projekte aus, um die Ernährungssouveränität lokaler Gemeinschaften zu sichern. Ein Beispiel dafür ist die Einrichtung von Saatgutbanken für traditionelles Saatgut. Das Projekt EmergenSEED, das wir in Kenia mit dem Seed Savers Network führen, zielt darauf ab, die lokale Saatgutvielfalt vor den Folgen der industriellen Landwirtschaft und vor Klimakrisen zu schützen.

Indem sie ihre Saatgutvorräte aus Mais, Sorghum und Hirsesorten selbst verwalten, machen sich die Bauernfamilien von kommerziellem und patentiertem Saatgut unabhängig und können eine regional angepasste Ernährung auch längerfristig selbst gewährleisten. Dieses Modell der gemeinschaftlichen Saatgutverwaltung sichert nicht nur die landwirtschaftlichen Ressourcen, sondern bewahrt auch das ökologische Erbe, das für das Überleben der lokalen Bevölkerung unerlässlich ist.

Im Fokus: Unsere Wirkung messen, um uns zu verbessern

Um eine nachhaltige Wirkung unserer Arbeit zu gewährleisten, stützen wir uns auf eine strenge, wissenschaftsbasierte Kontrolle unserer Projekte und auf vollständige Transparenz. Wir nutzen international anerkannte Standards und präzise Indikatoren (zu den Themen Ernährungsvielfalt, Einkommen, Agrarökologie) um unsere Massnahmen auch als konkrete Daten abzubilden. Diese evidenzbasierte Herangehensweise ermöglicht es uns, die Projekte in Echtzeit anzupassen und deren Entwicklung auf solide Fakten statt auf Annahmen zu stützen.

Diese Herangehensweise ist ohne eine enge Zusammenarbeit mit den Teams vor Ort und den lokalen Partnerorganisationen nicht möglich. Sie sind diejenigen, welche die Daten erheben und die Projekte begleiten, was ein gründliches Verständnis des Kontexts gewährleistet. Diese partizipative Arbeitsweise stellt sicher, dass die Projekte nicht nur gemessen, sondern von der lokalen Bevölkerung und für die lokale Bevölkerung gestaltet werden. Dies stärkt die Legitimität und Wirksamkeit aller Massnahmen.

Wir haben im vergangenen Jahr 5367 Haushalte aus 17 Projekten befragt. Die Interviews führen lokale Mitarbeitende und Partner gemeinsam mit Studierenden aus den Projektregionen durch.

Lukas Reinhard, Datenexperte bei SWISSAID


– DANKE-

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern von ganzem Herzen für die wertvolle Unterstützung im vergangenen Jahr. Ihre Grosszügigkeit und Solidarität ermöglichen es uns, langfristige Veränderungen im Leben vieler Menschen in den Ländern des Südens zu bewirken. Unser Dank gilt ausserdem zahlreichen Firmen und Lieferanten, die ihre Dienstleistungen besonders günstig erbrachten. Besonders dankbar sind wir all jenen, die uns in ihrem Testament bedacht haben. Ihr Vermächtnis hinterlässt bleibende Spuren.

SWISSAID weltweit

Woher unsere Mittel kommen:

  • 1 % aus dem Abzeichenverkauf
  • 3 % aus Legaten
  • 13 % aus Projektmandaten
  • 19 % aus dem Programmbeitrag der DEZA
  • 23 % aus freien Spenden
  • 41 % aus zweckbestimmten Projektbeiträgen

Wohin unsere Mittel fliessen:

  • 6 % in die Informationsarbeit und Entwicklungspolitik 
  • 5 % in den administrativen Aufwand
  • 14 % ins Fundraising und in den allgemeinen Werbeaufwand 
  • 75 % ins Auslandsprogramm

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