Mit Händewaschen können wir Leben retten: Was in Zeiten des Coronavirus auch hierzulande wieder allen bewusster wird, ist in vielen Ländern des globalen Südens ein Dauerthema. Bis heute fehlt es Milliarden von Menschen an sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und der Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. 40 Prozent der Weltbevölkerung haben zuhause keinen Zugang zum Händewaschen mit Seife. Davon, bis 2030 allen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen zu ermöglichen – ein Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen – sind wir noch weit entfernt.

Wie SWISSAID hilft

Nun verschärft das Coronavirus die Situation. SWISSAID reagiert und stellt einige Programme um. Wir fokussieren uns nun noch mehr auf die Gesundheitsprävention und Hygienemassnahmen. Dabei können wir auf jahrzehntelange Erfahrung im Bereich sauberes Trinkwasser, sanitäre Anlagen und Hygiene (WASH: Water, Sanitation, Hygiene) bauen.

Sauberes Wasser rettet Leben

Mit Ihrer Spende können wir zum Beispiel Menschen in Niger, Tschad und Guinea-Bissau endlich nachhaltig Zugang zu sauberem Wasser verschaffen. Damit retten Sie Leben!

Was heisst das konkret? Häufige und richtige Handhygiene ist die wichtigste Massnahme, um die Ausbreitung von Covid-19 zu unterbinden. «Für uns bedeutet das: Wir arbeiten darauf hin, häufigere und regelmässigere Handhygiene zu ermöglichen, indem wir Einrichtungen verbessern und bewährte Techniken zur Verhaltensänderung anwenden», erklärt Daniele Polini, Themenverantwortlicher Wasser & Hygiene.

Schnelle Hilfe, langfristige Verbesserungen

Wir konzentrieren uns auf Hilfe in unseren Projektregionen: Alle Menschen sollen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen haben. Dazu gehört auch, dass Güter wie Seife und Reinigungsmittel ausreichend und langfristig verfügbar sind. So wurden beispielweise in Bogor im Tschad neue Möglichkeiten zum Händewaschen geschaffen und Desinfektionsmittel verteilt, um Toiletten vor jeder Benutzung zu säubern. Solche unmittelbaren Aktionen sind Dank bewährter Zusammenarbeit mit lokalen Partnern schnell umsetzbar.

Ein Wasseranschluss zu Hause? Davon können viele Menschen immer noch nur träumen. SWISSAID setzt sich für den Zugang zu sauberem Wasser in den Projektregionen ein. Auf dem Bild ist eine Wasserstelle in einem Dorf nahe Bogor zu sehen.

«Es ist aber unerlässlich, dass richtige Hygienepraktiken dauerhaft in der Gesellschaft verankert werden», erklärt Daniele Polini. Information muss publikumsgerecht aufbereitet, an einheimische Bräuche angepasst und über die zur Verfügung stehenden Kanäle verbreitet werden. In Guinea-Bissau etwa wird vor jedem Telefonat folgende Nachricht eingespielt: «Um das Coronavirus einzudämmen, waschen Sie Ihre Hände mit Seife, Javelwasser oder Alkohol. Bleiben Sie von Plätzen mit vielen Leuten fern.» Ergänzend zu solchen Massnahmen der Regierung arbeiten die Koordinationsbüros von SWISSAID daran, Begünstigte für die Thematik zu sensibilisieren. Und damit auch Klatsch oder Propaganda entgegenzuwirken.

Coronavirus legt Ungleichheiten offen

Das Coronavirus veranschaulicht Ungleichheiten in unserer Welt. Die Pandemie verstärkt bestehenden sozialen Druck. «In Verbindung mit mangelndem Zugang zu Wasser kann das verheerende Folgen haben», so Daniele Polini. Soziale Unruhen, Konflikte innerhalb von Gemeinschaften, ja der völlige Zusammenbruch von staatlichen Strukturen seien zu befürchten. Und so rettet Händewaschen nicht nur in Bezug auf die Gesundheit Leben. Verschaffen wir allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen, fördern wir auch die so dringend benötigte Stabilität in den Ländern des globalen Südens.

Wasser-Patenschaft

Sauberes Wasser ist für viele immer noch keine Selbstverständlichkeit. Mit einer Wasser-Patenschaft lassen Sie Hoffnung schöpfen.