Das alte Gentechnikverfahren hat vor allem Pflanzen hervorgebracht, die gegen Herbizide resistent sind oder selbst Pestizide produzieren. Diese Sorten bescheren den Agrarkonzernen satte Gewinne, da sie mit den entsprechenden Chemikalien verkauft werden können. Selbst mit den neuen Gentechnikverfahren ist es unwahrscheinlich, dass Sorten entstehen, die den Bäuerinnen und Bauern im Globalen Süden einen echten Zusatznutzen bieten. Dürreresistente Sorten wurden beispielsweise schon vor dreißig Jahren mit den alten Verfahren versprochen, und dennoch ist bis heute keine Sorte mit solchen Eigenschaften auf dem Markt erhältlich.
Im Gegensatz zur klassischen Gentechnik kann man mit den neuen Verfahren wie Crispr/CAS bis zu einem gewissen Grad kontrollieren, wo eine Veränderung eingeführt wird. Viele Schritte bleiben jedoch gleich wie bei den alten gentechnischen Methoden. Ausserdem werden auf diese Weise Pflanzen entwickelt, die auf natürlichem Weg nie entstanden wären. Die Methoden sind zudem weit weniger präzise als die Industrie uns glauben macht und es gibt viele unbeabsichtigte Veränderungen, die schwer zu erkennen sind.
Die Risiken zeigen sich zum Beispiel in den USA: In einer gentechnisch gezüchteten Rinderrasse wurde ein versehentlich eingefügtes Antibiotikaresistenz-Gen entdeckt. Dieses Gen wurde nur entdeckt, weil in den USA noch immer eine umfassende Risikobewertung für Tiere vorgeschrieben ist. Bei Pflanzen, die mit den neuen Verfahren gentechnisch manipuliert werden, müssen solche Kontrollen nicht mehr durchgeführt werden. Neben gesundheitlichen Problemen besteht die Gefahr für gravierende soziale Folgen, wenn die neuen Gentechnikverfahren die Patentierung und Monopolisierung von Saatgut weiter vorantreiben.