Jetzt spenden
Jetzt spenden

«Détour doré» - Goldstudie 2020

Die dunkle Seite des Goldes

15.07.2020 | Woher kommt das Gold im Smartphone? Haben für die Goldbarren, die sich in den Schweizer Banktresoren stapeln, Kinder geschuftet? Leider gut möglich. SWISSAID ist den Weg des Goldes gegangen, von Afrika über Dubai bis in die Schweiz. Die Recherche deckt Beziehungen von Schweizer Raffinerien zu Firmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf, die mit Konfliktgold handeln.

Vom Logo bis zur Website: Nach aussen spart Kaloti nicht mit Glitzer und Glanz. Hinter dem goldigen Auftritt steckt allerdings ein emiratisches Unternehmen, das wegen illegaler Goldlieferungen angeprangert wird. Viele Akteure in der Goldbranche haben sich längst von Kaloti distanziert. Valcambi, ein weltweit führendes Raffinerieunternehmen mit Sitz im Tessin aber, arbeitet bis heute mit Kaloti zusammen. Dubioses Gold, das Kaloti zum Beispiel im Sudan erwirbt, kann leicht in der Beschaffungskette von Banken oder Juwelieren auftauchen – und den Weg an unser Handgelenk finden.

 

«Détour doré» - Goldstudie 2020

In seiner Recherche legt unser Rohstoffexperte Marc Ummel offen, wie einige Schweizer Raffinerien Zwischenhändler einsetzen, um die Herkunft des Goldes zu verschleiern, anstatt es direkt von der Quelle zu beziehen. Für Marc Ummel steht fest: «Nur wenn Raffinerien direkt von den Minen beziehen, können sie sicherstellen, dass sie sauberes Gold erwerben und dass Menschenrechte und Umwelt respektiert werden.»

Die Schweiz muss handeln  

Die Studie bestätigt die kürzlich publizierten Ergebnisse des Berichts der Eidgenössischen Finanzkontrolle über die Kontrolle von Edelmetallen in der Schweiz: Die Überwachung der Importe und der Raffinerien ist unzureichend. Den Zollstatistiken fehlt es an Transparenz – die Herkunft des Goldes zurückzuverfolgen, ist so unmöglich.

Als wichtigste Drehscheibe des Goldhandels raffiniert die Schweiz zwei Drittel des globalen Goldes. Die Raffinerien müssen sicherstellen, dass von ihnen importiertes Gold nicht unter Verletzung von Menschenrechten produziert wurde. Die zu lasche Gesetzgebung muss verschärft werden – so wie es die Abstimmung zur Konzernverantwortungsinitiative im November verlangt.

Unser Autor & Experte

Mehr dazu