Niger mesures Covid
Niger mesures Covid
Coronavirus

Ohne Wasser, kein Schutz

Händewaschen ist eine entscheidende Massnahme im Kampf gegen das Coronavirus. Einfach und unkompliziert umzusetzen – wenn das Wasser fliesst. Im Niger, wo Zugang zu sauberem Wasser immer noch einer Minderheit vorbehalten ist, kann ein Virus schnell zur Katastrophe führen.

Die Fakten

Land, Region:
Niger, Doutchi, Boboye, Kollo
Dauer:
Juli 2020 - März 2021
Begünstigte:
75'184 Personen
Gesamtprojektbudget:
78’606 CHF

Die Ziele

Das Projekt ist darauf ausgelegt, verschiedene Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in laufende Wasser- und Hygiene-Projekte zu integrieren. In verschiedenen Gemeinden werden in Gesundheitsposten Handwascheinrichtungen (sogenannte «Tippy Tap») installiert und zugänglich gemacht. Die Dorfbevölkerung erhält Schutzsets und wird für wichtige Präventions- und Hygieneregeln sensibilisert

Projektüberblick

Im Südwesten von Niger kann bis heute nur jede dritte Person von sauberem Trinkwasser träumen. Nur 15% der Bevölkerung hat Zugang zu sanitären Anlagen. Die Menschen sind arm, sehr arm – das wirkt sich auf ihre Gesundheit aus. Zu der hohen Zahl von Durchfallerkrankungen, die besonders Kinder und ältere Menschen betreffen, kommt neu die Ansteckungsgefahr mit Covid-19. «Sie können sich vorstellen, welch katastrophalen Folgen ein hochansteckendes Virus hier bei uns haben kann», betont Adamou Moussa Abba, Büroleiter in Niger.

Wasser und Aufklärung

Um eine rapide Ausbreitung zu verhindern, hat SWISSAID in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern mit Nothilfe reagiert und Massnahmen gegen das Coronavirus in die Projektarbeit integriert. In N’Gonga und Falwel wurden bereits 289 sogenannte «Tippy Tap» in 168 Gesundheitsposten installiert: Die Handwascheinrichtungen werden mit dem Fuss betätigt, sodass das Infektionsrisiko an öffentlichen Hygienestellen minim bleibt. Ausserdem wurden Schutzsets mit Masken und Desinfektionsmittel verteilt und die Bevölkerung mit Plakaten und Radionachrichten in Französisch, Haoussa, Zarma und Fulfuldé für das gefährliche Virus sensibilisiert.

Mit Solidarität durch die Krise

Mit Ihrer Unterstützung können wir den Ärmsten durch die Coronakrise helfen. Im Niger zum Beispiel bauen wir «Tippy Tap», rüsten einen kleinen Gesundheitsposten mit Schutzsets aus und verteilen Seifenpakete.

Die schnelle Hilfe wirkt, wie etwa Moumouni Salika, Bürgermeister der Gemeinde Koygolo im Departement Kollo, bestätigt: «Dank den Aufklärungsnachrichten über den Radiosender wurde sich die Bevölkerung der Existenz der Krankheit bewusst und hat ihr Verhalten angepasst. Vor allem die Kinder engagierten sich enorm und zeigten viel Einfallsreichtum bei der Herstellung von Handwaschgeräten. Schülerinnen und Schüler wurden zu echten Botschafterinnen und Botschafter im Kampf gegen das Coronavirus.»

Hilft nicht nur gegen das Coronavirus

Bei allen Vorsichtsmassnahmen: Die Situation im Niger bezüglich Covid-19 ist nach wie vor kritisch. «Es wird wenig getestet und wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus», sagt Adamou Moussa Abba. «Es ist wichtig, dass wir die Bevölkerung im Rahmen unserer Projekte weiter unterstützen und sensibilisieren, um eine Katastrophe zu verhindern.» Integriert in laufende Wasser- und Hygieneprojekte helfen die Massnahmen – wenig überraschend – nicht nur gegen das Coronavirus, wie Halimatou Boureimas, Ärztin der Gemeinde Dantchandou im Departement Kollo, erzählt:

Mesures Covid Niger

«Es gibt einen Rückgang bei Krankheiten, die im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene stehen, die Menschen leiden weniger unter Durchfall und Bauchschmerzen.»