Die Bilder der verheerenden Unwetter in Deutschland im Sommer 2021 haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: Wo vorher noch ein Dorf war, nur noch reissende Fluten. 180 Menschen kamen ums Leben. Solche Wetterextreme könnten in Zukunft noch häufiger auftreten. Der Klimawandel macht sich nicht nur in Europa bemerkbar, sondern auch auf allen anderen Kontinenten, insbesondere im Süden. Konkrete Daten und Szenarien dazu liefert am 28. Februar 2022 der zweite Teil des IPCC-Klimaberichts. Im Bericht der Arbeitsgruppe 2 wird es um die «Folgen, Anpassungen und Verwundbarkeiten» gehen. Es werden konkrete Szenarien der Auswirkungen des Klimawandels sowie politische, wirtschaftliche und technologische Optionen zu unserer Anpassung an den Klimawandel aufgezeigt.

Es braucht drastische politische Massnahmen

«Der Klimawandel gefährdet die Ernährung von Millionen von Menschen weltweit», erklärt Sonja Tschirren, Expertin für Klima und Landwirtschaft bei SWISSAID. SWISSAID unterstützt in neun Ländern rund um den Globus die BäuerInnen, damit sie mit ökologischen Methoden den Gefahren des Klimawandels trotzen können. Mit Projekten zur ökologischen und sozialen Landwirtschaft, sogenannter Agrarökologie, fördert SWISSAID beispielsweise die Wiederentdeckung alter Pflanzensorten, die widerstandsfähiger gegen Unwetter, Wassermangel, Schädlinge und Krankheiten sind, um die Ernährungssicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

«Die Schweiz wird 2050 die Klimaneutralität nicht erreichen, wenn nicht drastische politische
Massnahmen ergriffen werden», warnt Tschirren. Die vorgesehenen politischen Instrumente sind zu schwach. Unser CO2-Fussabdruckt beläuft sich aktuell auf 14 Tonnen pro Jahr pro Person, weil die Schweiz sehr viel importiert und wegwirft. Der weltweite Durchschnitt liegt bei sechs Tonnen.
SWISSAID setzt sich für globale Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels ein. Dies ist der
einzige Weg, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.