Wir setzen uns ein für eine Welt, in der wir den Hunger überwunden haben und auch die ärmsten Menschen ein gesundes, würdevolles und selbstbestimmtes Leben führen können.
Um dies zu erreichen, entwickeln wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort nachhaltige und gerechte Lösungen – damit sie diese an ihre Bedürfnisse anpassen und langfristig selbst weiterführen können.
Faire Zusammenarbeit
Seit vielen Jahren setzt SWISSAID auf einen engen Dialog mit lokalen Akteurinnen und Akteuren. In jedem Partnerland arbeiten unsere Büros mit lokalen Beratungsgremien zusammen, die aktiv an der strategischen Planung beteiligt sind. So stellen wir sicher, dass das Wissen und die Erfahrungen vor Ort langfristig in unsere Arbeit einfliessen.
Im Rahmen der Strategie 2025–2028 stärkt SWISSAID diesen Ansatz weiter. Wir vertrauen auf lokale Dynamiken, beobachten sie aufmerksam und unterstützen kontextgerechte Lösungen. Wenn sich bewährte Praktiken entwickeln, integrieren wir diese und teilen sie mit den Teams in den anderen Partnerländern.
In den kommenden Jahren sollen Stimmen aus dem Globalen Süden stärker in unsere Entscheidungsstrukturen in der Schweiz eingebunden werden. Dies zeigt sich bereits in einer Stärkung der lokalen Strukturen und einer intensiveren Einbindung unserer Kolleginnen und Kollegen in den Koordinationsbüros – insbesondere bei der Ausrichtung nationaler Programme. Denn sie kennen die Realitäten und Bedürfnisse vor Ort am besten.

Mehr Handlungsspielraum vor Ort
Damit dies umgesetzt werden kann, ist es unerlässlich, vor Ort über mehr frei verfügbare Mittel zu verfügen. Denn der Grossteil der Finanzmittel wird für konkrete Zwecke bereitgestellt, die von den öffentlichen Geldgebern oder Stiftungen festgelegt werden. Zudem werden die Kontrollanforderungen immer strenger, was die Flexibilität erheblich einschränkt.
Trotz dieser Einschränkungen möchten wir, dass Entscheidungen vor Ort von unseren Partnern getroffen werden. Derzeit arbeiten wir daran, lokale Entwicklungsfonds in unseren Projekten einzurichten. Dabei handelt es sich um Budgets, deren Verwendung von den lokalen Akteuren festgelegt wird. Wir achten stets darauf, dass die Mittel dort eingesetzt werden, wo der Bedarf am dringendsten ist.

Die Agrarökologie – unsere wissenschaftliche und soziale Grundlage
Dank ihres fundierten Fachwissens hat SWISSAID die Agrarökologie vor über 15 Jahren in ihre Strategie integriert.
Heute ist diese Methode, die den Kampf gegen den Hunger, den Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit vereint, wissenschaftlich anerkannt und weit verbreitet. Die Agrarökologie ist nicht nur eine landwirtschaftliche Technik, sondern ein politischer und sozialer Ansatz. Sie ist die zentrale Säule unseres Engagements zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Agenda 2030, an deren Ausarbeitung die Schweiz mitgewirkt hat.
Bäuerliches Saatgut – entscheidend für die Selbstversorgung
Hochwertiges Saatgut spielt eine entscheidende Rolle für die Ernährungssouveränität und die Klimaresilienz von Bauernfamilien. Gemeint ist dabei spezifisch traditionelles Saatgut, das an die lokalen Klimabedingungen angepasst ist und von Bäuerinnen und Bauern untereinander getauscht und vermehrt wird. SWISSAID setzt sich dafür ein, die Nutzung dieses Saatguts in den ländlichen Regionen, in denen wir tätig sind, wieder einzuführen, und plädiert für seine uneingeschränkte Verbreitung, ohne dass sogleich Patentschutzrechte und Sanktionen drohen.
Eine gerechtere Gesellschaft durch Gleichberechtigung
SWISSAID setzt sich insbesondere für Frauen in ländlichen Gebieten ein. Mit unseren Projekten engagieren wir uns für den Zugang zu Bildung, Arbeit, Lohngleichheit, politischer Mitsprache, Krediten und Land. Indem wir mit unseren Partnerorganisationen Frauenrechte stärken und Gewalt gegen Frauen bekämpfen, tätigen wir die ersten wichtigen Schritte zu einer gerechteren Gesellschaft und eine Welt ohne Hunger.
In den Projekten kommt Frauen als Teilnehmerinnen und zugleich als Akteurinnen des Wandels eine Schlüsselrolle zu. Wir setzen auf sie, um eine möglichst grosse Wirkung zu erzielen.
Engagement in der Schweiz
SWISSAID ist auch in der Schweiz tätig und leistet Aufklärungsarbeit. Wir sind überzeugt, dass die in Bern getroffenen Entscheidungen direkten Einfluss auf den Alltag der Bäuerinnen und Bauern in den Ländern des Südens haben.
In der Schweiz konzentriert sich unsere Informationsarbeit auf Agrarökologie, den Erhalt traditioneller Saatgutsorten, die Stärkung der Rolle von Bauernfamilien, die Gleichstellung von Frauen und Männern, den Klimaschutz sowie mehr Transparenz im Rohstoffsektor.
In den letzten Jahren haben wir zahlreiche Webinare durchgeführt, Berichte zu den Themen Gold, Agrarökologie und Saatgut veröffentlicht – und damit die wertvolle Projektarbeit in diesen Bereichen unterstützt – und waren in den Medien stark präsent.
Wir pflegen zudem den Dialog mit zahlreichen Akteuren, darunter Unternehmen, Regierungen, internationalen Institutionen sowie Forschenden. Sind wir der Ansicht, dass bestimmte in der Schweiz getroffene Entscheidungen oder Massnahmen die Lebensbedingungen im Globalen Süden verbessern – oder auch verschlechtern – können, setzen wir uns auch für konkrete Anliegen ein. Zum Beispiel haben wir die Konzernverantwortungsinitiative unterstützt und sind Mitglied der Klimaallianz.
Schliesslich organisieren wir auch parlamentarische Reisen, um die Entwicklungszusammenarbeit zu fördern, unseren Anspruch an Transparenz zu unterstreichen und die Wirkung unserer Projekte aufzuzeigen. Politikerinnen und Politiker sind eingeladen, die tatsächliche Wirkung der Entwicklungszusammenarbeit kennenzulernen.