Die Fakten
735 Millionen Menschen
Weltweit leiden über 735 Millionen Menschen an Hunger. Rund 30 % der Weltbevölkerung sind von Unter- oder Mangelernährung betroffen.
Kein Hunger bis 2030
Das UN-Ziel „Kein Hunger bis 2030“ (SDG 2) rückt in weite Ferne – die Zahl der Menschen mit Ernährungsunsicherheit geht voraussichtlich kaum zurück.
Ein ungerechtes globale Ernährungssystem
Hunger entsteht nicht, weil zu wenig produziert wird, sondern weil das globale Ernährungssystem ungerecht organisiert ist: Menschen haben oft keinen sicheren Zugang zu Land, Wasser, Saatgut oder Märkten.
Vier Krisen, die das Recht auf Nahrung bedrohen
- Klimakrise & Verlust der Biodiversität
Dürren, Überschwemmungen und verschobene Regenzeiten zerstören Ernten – besonders in ohnehin verletzlichen Regionen. Gleichzeitig gehen Böden, Wälder und Artenvielfalt verloren. - Konflikte & politische Instabilität
Kriege und Gewalt vertreiben Millionen Menschen von ihrem Land. Felder werden zerstört, Märkte brechen zusammen, Preise explodieren. - Verletzte Menschenrechte & schrumpfende Spielräume
Autoritäre Regime schränken die Zivilgesellschaft ein, kritische Stimmen werden zum Schweigen gebracht. Wer sich für das Recht auf Nahrung oder gerechte Landverteilung einsetzt, lebt oft gefährlich. - Wirtschaftliche Schocks & teure Lebensmittel
Kriege (z.B. in der Ukraine), Turbulenzen auf globalen Märkten und steigende Kosten für Energie, Dünger und Transporte machen Nahrung für viele Menschen unbezahlbar. Arme Haushalte geben oft einen grossen Teil ihres Einkommens für Essen aus – und trotzdem reicht es nicht.
Diese Krisen zeigen: Unser Ernährungssystem braucht keinen kosmetischen Feinschliff, sondern eine grundlegende Transformation – vom Feld bis zum Teller.
Wie Agrarökologie helfen kann
Was ist Agrarökologie?
Agrarökologie ist eine ganzheitliche Form der Landwirtschaft, die sich an natürlichen Kreisläufen orientiert. Boden, Pflanzen, Tiere, Wasser und Klima werden dabei als miteinander verbundenes System betrachtet. Zudem stärkt die Anbauweise den Boden – und schützt so vor Stürmen, Starkregen oder Dürrezeiten.
Wie funktioniert Agrarökologie?
Vielfalt statt Monokultur
Die Agrarökologie bewahrt und stärkt die Artenvielfalt. Sie ermöglicht die Entwicklung neuer Arten von lokalem, an die Umwelt angepasstem und damit widerstandsfähigerem Saatgut.
Lokales Wissen + moderne Wissenschaft
Agrarökologie verbindet traditionelles bäuerliches Wissen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen – gemeinsam mit lokalen Fachkräften und Produzent:innen.
Starke Rolle der Frauen
Frauen sind zentrale Akteurinnen: Sie bewahren Saatgut, teilen Wissen und gewinnen wirtschaftliche Unabhängigkeit. SWISSAID definiert Gleichstellung sogar als eigenes Prinzip der Agrarökologie.Mehr zum Thema Agrarökologie.