EU-Komission lässt Amflora zu

EU-Komission lässt Amflora zu

Die EU Kommission hat am Dienstag die umstrittene Amflora-Kartoffel des deutschen Chemie- und Saatgutkonzerns BASF zugelassen. Die Kartoffel soll vor allem Stärke für die Papierindustrie liefern. Sie ist aber auch als Futtermittel erlaubt.

Für SWISSAID ist dieser Entscheid unverständlich und enttäuschend. Seit 13 Jahren wird über die Zulassung dieser Gentech-Kartoffel gestritten.

Sie enthält ein Antibiotika-Resistenz-Gen und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sind ungeklärt. Eine strikte Trennung dieser Industriekartoffel von Nicht-Gentech-Kartoffeln für den Konsum ist auf Dauer so gut wie unmöglich.

Unbewilligte Gentech-Pflanzen in der Nahrungsmittelkette

In der Vergangenheit ist immer wieder bekannt geworden, wie unbewilligte Gentech-Pflanzen (zum Beispiel Reis und Leinsamen) in der Nahrungsmittelkette aufgetaucht sind. BASF kündigt an, die Kartoffel noch in diesem Jahr auf mehreren Hundert Hektaren in Deutschland, Schweden und Tschechien zu produzieren.

Die EU und ihr Gesundheitskommissar Dalli wollen mit der Zulassung ein Symbol für die Innovationskraft Europas setzen. Aus SWISSAID-Sicht tun sie jedoch genau das Gegenteil.

Nur ökologische Landwirtschaft kann Weg aus dem Hunger weisen

Die Gentechnologie, und insbesondere der Einsatz antibiotika-resistenter Gene ist keine zukunftsweisende Technologie. Der Weltagrarbericht vom letzten Jahr zeigt auf, dass nur eine ökologische, ressourcen- und energieschonende bäuerliche Landwirtschaft den Weg aus der Hunger-, Umwelt- und Klimakrise weisen kann. 

Kartoffeln sind ein wichtiges Grundnahrungsmittel, nicht nur in Europa, sondern auch in Entwicklungsländern. Dass ausgerechnet diese wichtige Kulturpflanze nun gentechnisch verändert auf die Felder kommen soll, ist eine gefährliche Entwicklung.

Bild: Wiki Media