Willkommene Steuern auf Grossvieh

Ohne Steuern fehlen den Gemeinden die Mittel für öffentliche Einrichtungen. Dieses Problem haben die Verantwortlichen der Gemeinde Koygolo mit innovativen und wirksamen Methoden gelöst. Dank der Unterstützung von SWISSAID.

Der Markt von Yéda, rund 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Niamey gelegen, ist der grösste von Koygolo. Von morgens bis abends wechselt ein buntes Gemisch von Waren aus ganz Westafrika den Besitzer. In das Stimmengewirr und den Motorenlärm mischt sich das Brüllen von Kühen und Kamelen. Während die Händler ihre Waren an ordentlich aneinandergereihten Ständen feilbieten, findet der Verkauf des Viehs in schöner Anarchie statt. Diesen Austausch zu kontrollieren ist derzeit unmöglich.

Das Vieh füllt die Gemeindekasse

Die Gemeinde Koygolo hat nun beschlossen, Ordnung zu schaffen – nicht ganz uneigennützig. Mit Unterstützung von SWISSAID soll für die Rinder und Kamele eine Umzäunung gebaut werden, was den Austausch für Käufer und Verkäufer erleichtert und von diesen daher begrüsst wird. Obendrein lässt sich so der florierende Handel auch mit Steuern belegen.

Bereits in einem früheren Projekt mit SWISSAID hatte das Dorf einen Pferch für Kleinvieh – Schafe und Ziegen – errichtet, um auf deren Verkauf eine Steuer von einigen CFA-Francs erheben zu können. Auch für die geplante Grossvieh-Umzäunung rechnet die Gemeinde mit Mehreinnahmen, da eine Kuh weit mehr wert ist als eine Ziege.

Bestandesaufnahme für eine bessere Unterstützung

Doch um weitere Massnahmen für die Verbesserung des Alltags zu ergreifen, müssen erst die grundlegenden Fakten erarbeitet werden: Wie viele Menschen leben überhaupt in Koygolo? Und wo drückt der Schuh am meisten? Unterstützt von SWISSAID will die Gemeinde daher in den 49 Dörfern, die zum Gemeindegebiet zählen, eine Erhebung durchführen. Nicht zuletzt deshalb rechnen die Gemeindeoberen mittelfristig mit mehr Steuereinnahmen.

Entwicklung hat ihren Preis

Mit den zusätzlichen Geldern soll ein Teil des Entwicklungskonzepts finanziert werden, das ausgearbeitet wurde –, ein höchst willkommener Beitrag, wenn man weiss, dass den nigrischen Gemeinden seit der Verwaltungsreform von 2002 und der damit verbundenen Dezentralisierung mehr Verantwortung übertragen wurde. Ein zentraler Punkt blieb dabei aber auf der Strecke: Vom Staat erhalten die Gemeinden kaum finanzielle Mittel, um sie auch umzusetzen. 

Gut, dass es die die Menschen aus Koygolo mit Eigeninitiative und Kreativität schaffen, ihre Ideen umzusetzen – dank mehr Steuereinnahmen langfristig auch ohne Hilfe von aussen. 

 

NI 2/13/02

Projektpartnerin ist die Gemeinde Koygolo.
Das Projekt dauert bis 2015.
Projektkosten: 108'586.- 
Begünstigte: 2792 direkt Begünstigte, 47'000 indirekt Begünstigte