Bauern-Frauen-Power hilft im Kampf gegen den Hunger

Bauern-Frauen-Power hilft im Kampf gegen den Hunger

Bern/St. Gallen,16. Oktober 2014. Mehr Zugang zu Boden, mehr Rechte, bessere Bildung: Wären Bäuerinnen den Bauern gleichgestellt, liesse sich die Zahl der Hungernden weltweit um über 100 Millionen Menschen verringern. Am heutigen Welternährungstag, dem Tag der Bäuerin an der OLMA St. Gallen, diskutierten Bäuerinnen aus vier Kontinenten Ansätze, dieses Potenzial besser zu nutzen. Damit kam der von SWISSAID und dem Schweizer Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) organisierte internationale Bäuerinnen-Dialog zu einem erfolgreichen Abschluss.

500 Millionen bäuerliche Familienbetriebe produzieren mehr als die Hälfte aller Nahrungsmittel, die weltweit konsumiert werden. Und das Rückgrat dieser Betriebe sind fast immer Frauen, auf deren Schultern ein grosser Teil der Arbeit lastet. Bloss: In Entwicklungsländern sind nur 10 bis 20 Prozent der Bauern-Betriebe im Besitz von Frauen, die auch weniger Zugang zu Krediten und Ausbildung haben. Wäre dies anders, könnten laut einer Studie der Welternährungs-Organisation FAO die Ernten um 20-30 Prozent gesteigert und damit die Zahl der weltweit Hunger leidenden Menschen um 100–150 Millionen Menschen gesenkt werden.

„Wir müssen dieses Potenzial besser nutzen, indem wir die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft stärken“, forderte Caroline Morel, Geschäftsleiterin des Hilfswerks SWISSAID, am Donnerstag an einer Podiumsdiskussion zum Welternährungstag und zum Tag der Bäuerin an der OLMA in St. Gallen. Und auch für Sandra Helfenstein vom Schweizer Bauernverband (SBV) war klar: „Wenn Bäuerinnen auf den Höfen mehr Entscheid-Verantwortung übernehmen können, profitieren alle davon – Männer, Frauen und Kinder“.

Auch in der Schweiz werden nur 2700 von knapp 58‘000 Bauernbetrieben von Frauen geführt. Doch diese verfügen immerhin über Bildungsmöglichkeiten und dank Verbänden wie dem SBLV über politischen Einfluss. Wie wichtig die Organisation ist, erfuhren die acht Bäuerinnen aus Tschad, Kolumbien, Myanmar und Kanada, die auf Einladung von SWISSAID im Rahmen des Bäuerinnen-Dialogs in den letzten zehn Tagen Höfe in der ganzen Schweiz besucht haben, immer wieder. „Wir müssen uns stärker zusammen schliessen und gemeinsam für unsere Rechte kämpfen“, sagte die kolumbianische Bäuerin Yaini Contreras am OLMA-Podium.

Unterstützung erhalten Familienbetriebe in Entwicklungsländern vom Hilfswerk SWISSAID, das sich für bessern Zugang der Bäuerinnen zu Land, Krediten und Bildung einsetzt. Für Dorcas Ndigueroïm gibt es allerdings noch einen weiteren zentralen Aspekt. „Im Gegensatz zur Schweiz tut der Staat in meinem Land zu wenig für die Familien-Landwirtschaft und vor allem für uns Frauen“, erklärte die tschadische Bäuerin. „Hier in der Schweiz habe ich gelernt, dass das – neben innovativen Vermarktungs-Ideen - ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor ist“.

Mehr Informationen und Interview-Anfragen:
Caroline Morel, Geschäftsleiterin SWISSAID: 079-208-7517; c.morel@swissaid.ch