SWISSAID kritisiert Vergabe des Welternährungspreises an Syngenta und Monsanto

SWISSAID kritisiert Vergabe des Welternährungspreises an Syngenta und Monsanto

Lausanne/Bern, 16. Oktober 2013. SWISSAID bedauert, dass morgen Donnerstag zwei Exponenten von Syngenta und Monsanto mit dem «World Food Prize» ausgezeichnet werden. Dieser Preis dient als PR für die industrielle Gentech-Landwirtschaft, die vor allem in Afrika unter äusserst problematischen Bedingungen vorangetrieben wird.

Der auch als «Nobelpreis für Ernährung und Landwirtschaft» gepriesene Welternährungspreis (The World Food Prize) hat weder das Format noch die Glaubwürdigkeit des schwedischen Vorbilds: Zu den Sponsoren der Auszeichnung, die dieses Jahr am 17. Oktober vergeben wird, gehören alle grossen Namen des Agrobusiness. Mit der Verleihung an Monsanto-Vizepräsident Robert Fraley, Syngenta-Mitgründerin Mary-Dell Chilton und den belgischen Forscher Marc van Montagu, Chef der einflussreichen Pro-Gentechnik-Lobbygruppe bei der EU, ist der Preis ein erstklassiges PR-Instrument für eine High- und Gentech-Landwirtschaft. Zu deren aggressivsten und mächtigsten Vertretern gehören Monsanto und Syngenta, die bei der Entwicklung und Herstellung von genmanipuliertem Saatgut weltweit führend sind.

Das Agrobusiness will vor allem in Afrika weiter Fuss fassen, das als «letzte Grenze» der weltweiten Nahrungsmittel- und Agrarmärkte bezeichnet wird. Dabei gehen die Akteure – allen voran die Preisträger – ebenso aggressiv wie fragwürdig vor. Zum Beispiel die «Neue Allianz für Ernährungssicherheit» der G8-Staaten, die Investitionen von privaten Unternehmen in die Landwirtschaft Afrikas fördert. Im Gegenzug passen diese Länder ihre Gesetzgebung zugunsten der Investoren an. Ein weiteres Beispiel ist die «Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika» (AGRA), die vom ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan präsidiert und von der Gates- und der Rockefeller-Stiftung unterstützt wird. Die Allianz öffnet hybridem und transgenem Saatgut und dem damit verbundenen massiven Einsatz von chemischem Dünger in Afrika Tür und Tor.

Auf der anderen Seite propagiert der vor Kurzem publizierte UNCTAD Weltlandwirtschafts-bericht mit dem Titel «Wake up before it is too late!» eine kleinbäuerliche, agroökologische und produktivere Landwirtschaft, die in der Lage ist, die künftigen Herausforderungen zu bewältigen und dem Klimawandel zu begegnen. Genau diese Art von Landwirtschaft unterstützt SWISSAID in ihren Projekten in den Ländern des Südens. SWISSAID bedauert deshalb wie andere Nichtregierungsorganisationen die Vergabe des Welternährungspreises an Syngenta und Monsanto.

Weitere Informationen:

Caroline Morel, SWISSAID-Geschäftsleiterin, Tel. 079 208 75 17, c.morel@swissaid.ch

Bild: Light Brigading (CC BY-NC 2.0) flickr.com