Ringen am runden Tisch

Auf den Feldern von Los Palmitos, Kolumbien, wächst immer weniger, weil Trockenheit herrscht – und weil das Grundwasser zu versiegen droht. Die Bevölkerung ergreift die Initiative, denn Übernutzung und Klimawandel sind direkt auf dem Teller spürbar.

«Ohne einen echten Kulturwandel wird das Wasser hier für alle versiegen», mahnt Leonardo Donado, Hydrologie-Professor der kolumbianischen Universidad Nacional. Dabei appelliert er an dieser denkwürdigen Versammlung an alle, die das enorme Grundwasservorkommen in der hügeligen Gegend von Montes de María anzapfen – diverse Ministerien, Minenbetreiber, die lokalen Politiker, die Bäuerinnen und Bauern.

Angeregt und in die Wege geleitet wurde das Treffen aller Beteiligten von SWISSAID sowie den 2800 Bauernfamilien aus Los Palmitos, die wegen Wassermangel seit einigen Jahren mit grossen Ernteausfällen zurechtkommen müssen.

Alle hängen am gleichen Tropf

Seit Jahren sinkt der Grundwasserspiegel in der Gegend dramatisch, wobei das Wasser 20-mal schneller abfliesst, als sich neues sammelt. Der Verdacht fällt auf die Minenbetreiber, die illegal Wasser abzweigen, was sich aber schwer beweisen lässt. Doch auch die Bauernfamilien von Los Palmitos müssen über die Bücher. Der Bevölkerungsdruck ist enorm. Bereits vor einigen Jahren planten sie daher diverse Massnahmen und stellen heute um auf die boden- und ressourcenschonenden Anbautechniken der Agroökologie, fors­ten Quellgebiete auf und sammeln Regenwasser für den täglichen Gebrauch.

Eine politische Lösung tut not

Der runde Tisch steht am Anfang eines friedlichen politischen Prozesses – selten in einer Gegend, in der traditionell das Gesetz des Stärkeren gilt. Die Anwesenden ringen hart um Zugeständnisse im gemeinsamen Aktionsplan. Mit vielen verschiedenen Massnahmen soll eine integrale Wasserbewirtschaftung erreicht werden – auf dass Professor Donado nicht recht behalte.

Die Menschen und die lokalen Politiker müssen das Problem jedoch selber angehen. Hoffnungsvoll stimmt, dass die Einladung für die nächste Gesprächsrunde nicht mehr SWISSAID verschickt, sondern das zuständige Wasseramt und der Gouverneur.

 

 

  • Projektnummer: KO 2/14/09
  • Kosten: Fr. 284'593.- 
  • Laufzeit: 24 Monate
  • Anzahl direkt Begünstigter: 2'800 Bauernfamilien