Wasser für alle

Der Frieden in Kolumbien kann bloss gelingen, wenn Land und Wasser gerechter verteilt werden. SWISSAID unterstützt daher ganze Gemeinschaften dabei, den gesicherten Zugang zum kostbaren Nass zu verteidigen.

Nach dem "Nein" der Kolumbianerinnen und Kolumbianer zum Friedensabkommen ist offen, wie es weitergehen wird. Immerhin sind Regierung und Farc-Vertreter gewillt, nach 50 Jahren Krieg weiter um den Frieden zu ringen und den Waffenstillstand beizubehalten. Doch die Herausforderungen sind immens. 

Sauberes Wasser für alle

Damit der Frieden gelingen kann, ist unter anderem der gesicherte und gerechte Zugang für die Bevölkerung zu natürlichen Ressourcen wie Land und Wasser von zentraler Bedeutung. Unter dem Titel «Gemeinschaftliche Wassernutzung» unterstützt SWISSAID deshalb in sechs Anden-Dörfern (Municipios) im Departement Antioquia die Bevölkerung dabei, ihre Wasserrechte geltend zu machen sowie die Quellen nachhaltig zu schützen. Denn die Situation ist kritisch. Den Betreibern der Goldminen, den Viehzüchtern und der Agroindustrie werden vorrangig Wasserkonzessionen zugesprochen, während sich die Bevölkerung mit immer weniger und zudem oft verschmutztem Wasser zufrieden geben muss. 

Erfolgreiches Lobbying

SWISSAID unterstützte deshalb die Gründung einer regionalen Organisation, die rund 4000 Mitglieder vertritt und aus Vertreterinnen und Vertretern von zwölf Basisorganisationen besteht. Koordiniert wird das Projekt von der kolumbianischen Nichtregierungsorganisation Conciudadanía. Letztes Jahr konzentrierten sich die Vertreter auf die Zusammenarbeit mit Lokalpolitikern, damit der Zugang zu Wasser als strategisches Thema in die Entwicklungspläne der Gemeinden Eingang findet. Die Chancen stehen gut, dass das Lobbying Früchte trägt. Momentan setzen sich die Basisorganisationen gemeinsam bei der regionalen Umweltstelle Corantioquia für die Wasserrechte ein. So lässt sich sicherstellen, dass sie künftig die Quellen nutzen können. Für 13 Quellen, von denen 80 Familien profitieren, haben sie dies schon erreicht. 

Ko-Finanzierung durch kolumbianische Stiftung

In Kursen lernen die Männer und Frauen zudem die Quellgebiete zu schützen, die Wasserqualität zu prüfen und die Wasserversorgung in Stand zu halten. Kürzlich traf überdies die er freuliche Nachricht ein, dass die kolumbianische Stiftung Aurelio Llano Posada wie in anderen Projekten 30 000 Franken für den Bau von Wasserversorgungs-Anlagen beisteuern wird. Eine gute Vernetzung mit verschiedensten Akteuren − wie in diesem Projekt − ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Gemeinschaften zu ihrem Recht kommen und in ihrem angestammten Gebiet bleiben können.

Projektcode: KO 02/15/04

Projektkosten: 170'965 Franken

Projektdauer: 2 Jahre