Guinea-Bissau: Wahlergebnis lässt Bevölkerung wieder hoffen

Guinea-Bissau: Wahlergebnis lässt Bevölkerung wieder hoffen

Bern / Lausanne, 22. Mai 2014. Der frühere Finanzminister José Mario Vaz hat die Präsidentenwahl in Guinea-Bissau klar gewonnen. Nach dem Militärputsch vor zwei Jahren besteht wieder Hoffnung, dass das westafrikanische Land das politische und wirtschaftliche Chaos hinter sich lassen kann. Das Hilfswerk SWISSAID, seit 34 Jahren in Bissau präsent, unterstützte den Demokratisierungsprozess und begrüsst das Wahlergebnis.

Tausende von Menschen strömten am Mittwoch Abend auf die Strassen von Bissau, um den Sieg von José Mario Vaz zu feiern. Der Finanzminister der vom Militär vor zwei Jahren gestürzten Regierung erhielt 62 Prozent der Stimmen, die Stimmbeteiligung lag bei 78 Prozent. Noch ist allerdings nicht klar, ob sein Gegner Nuno Nabiam die Niederlage akzeptieren wird. Nabiam steht der Armeeführung nahe, welche mit ihrem Putsch das kleine westafrikanische Land ins Chaos gestürzt hatte.

„Die Bevölkerung ist erleichtert“, erklärt Alfredo Handem, Leiter des SWISSAID-Büros in Bissau, denn nun besteht Hoffnung, dass sich das Land aus dem Würgegriff von Armee, Drogenhändlern und kriminellen „Geschäftsleuten“ befreien kann. Diese hatten in den letzten zwei Jahren den Wald und die Bodenschätze Guinea-Bissaus schamlos ausgebeutet und damit die ökonomischen Probleme des Landes verstärkt. Nur auf Druck der internationalen Gemeinschaft stimmte die Armee schliesslich freien Wahlen zu.

SWISSAID ist eines der wenigen ausländischen Hilfswerke, das Guinea-Bissau in seinem schwierigen Entwicklungsprozess seit der Unabhängigkeit von Portugal unterstützt. Das Entwicklungsprogramm setzt dabei primär auf die Umstellung auf biologischen Landbau, aber auch auf politische Bildung und die gerechte Verteilung der Erlöse aus der Nutzung natürlicher Ressourcen. Im Februar hatten auf Initiative von SWISSAID vier Schweizer Nationalräte Guinea-Bissau besucht.

Unter der Regierung des demokratisch legitimierten neuen Präsidenten José Mario Vaz muss Guinea-Bissau nun die Isolation überwinden und mit den internationalen Geldgebern einen Plan für die politische und wirtschaftliche Entwicklung ausarbeiten. SWISSAID wird sich in diesem Prozess dafür einsetzen, dass dabei die Interessen der ärmsten Bevölke-rungsschichten gebührend berücksichtigt werden, welche unter dem Militärregime am stärksten gelitten haben.


Weitere Informationen und Kontakt zu Parlamentsmitgliedern:

  • Caroline Morel, Geschäftsleiterin SWISSAID: 079 208 7517; c.morel@swissaid.ch
  • Für Hintergrundgespräche stellen wir gerne den Kontakt her zu den Nationalratsmitgliedern Yvonne Feri, Barbara Gysi, Martin Naef und Carlo Sommaruga, die im Februar Guinea-Bissau besucht haben.

Bild: Instagram.com/anafilipa2011