Vor dem Klimagipfel: Bio-Bäuerin aus Nicaragua rettet den Aletschgletscher

Vor dem Klimagipfel: Bio-Bäuerin aus Nicaragua rettet den Aletschgletscher

 

Bern / Lausanne, 26. November 2015. Eine Bio-Bäuerin aus Nicaragua soll den Aletschgletscher retten. Wie bitte? Kurz vor Beginn des Klimagipfels in Paris macht das Hilfswerk SWISSAID auf das riesige Klimapotenzial der biologischen Landwirtschaft aufmerksam: Diese verursacht pro Hektar nur halb so viele CO2-Emissionen wie industrielle Landwirtschaftsbetriebe.

SWISSAID hat nachgefragt. Die Schneuwlys haben wie gewohnt kein Ahnung, Bubi Eifach hat immerhin eine Idee. Rosalba Florea Aguilar weiss dagegen genau, wie es geht: Die Bäuerin aus dem Hinterland von Matagalpa (Nicaragua) hat ihre Finca auf Bio umgestellt. Sie hat ihre Kaffee-Monokultur mit Bohnen, Mais, Gemüsebeeten und Fruchtbäumen erweitert, die sie sparsam bewässert und mit hausgemachtem Kompost düngt. Damit konnte sie nicht nur der Dürre der letzten Jahre trotzen und ihre Familie gut über die Runden bringen. Sie trägt auch dazu bei, dass die Klimaerwärmung gebremst wird.

Denn die Ernährung verursacht – direkt und indirekt – die Hälfte aller Treibhausgase. Kurz vor Beginn des Klimagipfels in Paris macht deshalb das Hilfswerk SWISSAID auf die Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft aufmerksam. Laut dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) ist der Kohlendioxid-Ausstoss von Biohöfen auf den Hektar bezogen bis zu 50 Prozent niedriger als auf anderen Höfen. Der Verzicht auf Stickstoff-dünger und Pestizide und der geringere Einsatz von Kraftfutter wirken sich positiv auf die Klimabilanz aus. Zudem binden Bioackerböden bedeutend mehr Kohlendioxid als konventionell bewirtschaftete Böden.

Würde die Landwirtschaft weltweit auf biologische Methoden umgestellt, hätte dies klar positive Auswirkungen auf das Klima. Laut einer FAO-Studie haben die kombinierten Effekte das Potenzial, den Ausstoss von Treibhausgasen um über fünf Gigatonnen zu senken. Die Landwirtschaft würde so von einem Treiber des Klimawandels zu einer klimaneutralen Tätigkeit, die erst noch widerstandsfähiger gegenüber Wetterkapriolen wäre. In einem neuen Bericht hat auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon erklärt, die Landwirtschaft könne mit ökologischen Methoden vom Klimaproblem zu einem Teil der Lösung werden.

Über solche Lösungen diskutiert die Staatengemeinschaft ab nächsten Montag am Klimagipfel in Paris. SWISSAID setzt in ihrer Arbeit in Afrika, Asien und Lateinamerika schon seit langem auf Bio-Landbau und Agroökologie. „Agroökologische System haben nicht nur positive Klimawirkungen“, sagt SWISSAID-Geschäftsleiterin Caroline Morel, „sie tragen dank diversifizierter Produktion und tieferen Kosten für Bäuerinnen und Bauern auch entscheidend zur Verringerung von Armut und Hunger bei“.

Weitere Informationen:


Videos, Informationen und Hintergründe zur SWISSAID-Kampagne „Bio gegen Klimawandel“ unter www.alsowiejetzt.ch