2014: Viel Aufmerksamkeit für bäuerliche Familienbetriebe

2014: Viel Aufmerksamkeit für bäuerliche Familienbetriebe

Neue Milleniumsziele für die UNO, über 30‘000 „Gefällt mir“ auf Facebook, eine nationale Tagung mit gemeinsamer Abschlussdeklaration, ein Termin beim Bundesrat sowie ein Austausch zwischen Bäuerinnen aus verschiedenen Kontinenten – dies die Quintessenz des internationalen Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe. 

Mehr als 500 Millionen bäuerliche Familienbetriebe produzieren 80 Prozent der Lebensmittel für die Weltbevölkerung und stellen global die meisten Arbeitsplätze sicher. Sie sind damit die Basis für die Ernährungssicherheit und ein wichtiger Wirtschaftszweig des strukturschwachen, ländlichen Raums. Um ihre Position zu stärken, erkor die UNO 2014 zum internationalen Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe. Damit verbunden waren verschiedenste Aktivitäten und Events, für die vor allem die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) zuständig war. Im November verabschiedete diese auf den Philippinen an der Schlusssitzung, einen so genannten „Vermächtnisbericht“ zum internationalen Jahr. Dieser unterstrich nochmals die grosse Bedeutung der bäuerlichen Familienbetriebe und forderte die Vereinten Nationen sowie alle Staaten auf, ihnen eine hohe Priorität einzuräumen. Das Ziel müsse sein, die Rahmenbedingungen für die bäuerlichen Familienbetriebe so zu verbessern, dass diese ein angemessenes Einkommen erzielen können. Aktuell ist vorgesehen, dass diese Forderungen in die Milleniumsziele der UNO aufgenommen werden. 

In der Schweiz war ebenfalls ein nationales Komitee (siehe unten) tätig. Die Aktivitäten starteten Anfang Jahr mit dem Situationsbericht zum Thema bäuerliche Familienbetriebe und der facebook-Aktion „Mein Bauer. Mein Bäuerin.“. 27 Schweizer Bauernfamilien aus allen Kantonen sowie sechs ausländische berichteten mit Fotos und kurzen Beiträgen regelmässig über ihr Leben und ihre Arbeit. Diese erwies sich als grosser Erfolg: Über 30‘000 Personen klickten bei einer der Familien „Gefällt mir“ und blieben so auf dem Laufenden. Die wöchentlichen Reichweiten liegen bei rund 150‘000 Personen, den Newsletter erhalten fast 10‘000 Empfänger. 

Im Juni fand in Grangeneuve eine nationale Tagung mit internationaler Beteiligung statt, an der die Teilnehmenden eine gemeinsame Deklaration erarbeiteten. Bäuerinnen und Bauern übergaben diese Anfang September Bundesrat Schneider-Ammann. Daran fordern die beteiligten Organisationen, dass auch die Schweiz sich für die Stärkung der bäuerlichen Familienbetriebe im In- wie Ausland engagiert und die Rahmenbedingungen zugunsten angemessener Einkommen verbessert. Im Oktober schliesslich tourten ausländische Bäuerinnen durch die Schweiz, um den Austausch zwischen den Ländern zu fördern und gemeinsame Themen zu vertiefen. Daneben gab es auch auf regionaler Ebene zahlreiche Veranstaltungen zum UNO-Jahr. 

Das Engagement für die bäuerlichen Familienbetriebe geht weiter. In der Herbstsession reichte Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach ein Postulat ein, das vom Bundesrat verlangt aufzuzeigen, wie er die bäuerlichen Familienbetriebe und die Rechte der Frau in der Entwicklungszusammenarbeit in Zukunft stärken will. Im Herbst des kommenden Jahres werden die beteiligten Organisationen die erfolgten Schritte zugunsten der bäuerlichen Familienbetriebe in der Politik und Verwaltung analysieren und Forderungen ableiten. Das Schweizer Komitee hofft, dass der Schwung des UNO-Jahres ausreicht, damit die Bemühungen zugunsten der bäuerlichen Familienbetriebe national wie international weiter gehen und zu Verbesserungen führen!

Rückfragen:

  • Francis Egger, Präsident nationales Komitee & Mitglied GL SBV, Mobile 079 280 69 66 
  • Sandra Helfenstein, Projektleiterin facebook-Aktion & Leiterin Kommunikation SBV, Mobile 079 826 89 75
  • Jörg Beck, Projektleiter Tagung & Ressortleiter Agrarwirtschaft SAB, Mobile 076 549 69 46
  • Fabio Leippert, Projektverantwortlicher Bäuerinnen-Dialog, SWISSAID, Mobile 078 621 76 74
  • Peter Schmidt, Agronom und Abteilungsleiter HELVETAS Swiss Intercooperation, Mobile 079 748 40 84
 

Nationales Komitee

Im nationalen Komitee zum UNO-Jahr engagierten sich der Schweizer Bauernverband (SBV), die Schweizerische Arbeits-gemeinschaft für die Berggebiete (SAB), der Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband sowie die Hilfswerke Helvetas und SWISSAID. Das Bundesamt für Landwirtschaft und die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit unterstützen die Aktivitäten, als Hauptsponsoren konnten Raiffeisen und Coop gewonnen werden. Alle Aktivitäten zum UNO-Jahr sind zu finden auf: www.familyfarming.ch.