Vernehmlassung: Die Schweiz braucht keine Gentechnologie

Vernehmlassung: Die Schweiz braucht keine Gentechnologie

Trotz der Verlängerung des Gentech-Moratoriums schickte der Bundesrat Anfang 2013 eine Gesetzesänderung in die Vernehmlassung: Künftig soll ein Nebeneinaner von gentechnisch veränderten und gentechfreien Pflanzen in der Landwirtschaft möglich sein. SWISSAID hat dazu eine klare Meinung. Die Vernehmlassung lief heute aus. 

Kaum hatte das Parlament die Verlängerung des Gentech-Moratoriums bis Ende 2017 beschlossen, schickte der Bundesrat Anfang des Jahres eine Gesetzesänderung in die Vernehmlassung, die ein Nebeneinander von Gentechpflanzen und gentechfreier Produktion in der Schweizer Landwirtschaft ermöglichen soll. Dabei ist die grosse Mehrheit der Bevölkerung mit der aktuellen Situation – einer gentechfreien Schweiz – ausgesprochen zufrieden. Sowohl die Produzentinnen als auch die Konsumenten schätzen die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile einer Landwirtschaft ohne Gentechnologie. Heute lief die Vernehmlassungsfrist aus.

Indien: kaum noch Saatgut für Biobaumwolle erhältlich

Dennoch will der Bundesrat über aufwändige und teure Verfahren die so genannte Koexistenz beider Produktionsformen möglich machen. Für SWISSAID ist dies unverständlich. Erfahrungen aus Indien und Kolumbien zeigen, dass ein friedliches Nebeneinander nicht möglich ist. So ist zum Beispiel in Indien die biologische Baumwollproduktion gefährdet, denn es ist kaum noch gentechfreies Saatgut auf dem Markt erhältlich. Auch die Situation in Nordamerika lässt keine Zweifel offen, dass die Gentechproduktion ein ökologische, gentechfreie Produktion von Raps, Mais und Soja auf Dauer verdrängt. 

Wenn die Bevölkerung ein Wörtchen mitzureden hat...

SWISSAID lehnt die vorgeschlagene Gesetzesänderung daher deutlich ab. Die Schweiz braucht keine Koexistenz. Sie ist mit ihrer gentechfreien Landwirtschaft international ein Vorbild und zeigt, dass dort, wo die Bevölkerung mitbestimmen darf, gentechnisch veränderte Lebensmittel keine Chance haben. Dies ist gerade auch für die Menschen in Entwicklungsländern von grosser Bedeutung, die sich gegen den Druck durch Agrarkonzerne und Teile der Wissenschaft zur Wehr setzen, Gentechnologie in der Landwirtschaft einzusetzen. SWISSAID setzt sich weltweit für eine ökologisch und sozial nachhaltige Landwirtschaft ein. Auch für die Schweiz plädiert SWISSAID daher für ein klares Verbot gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft. 

Zur Stellungnahme von SWISSAID zur Änderung des Gentechnikgesetzes und der Koexistenzverordnung.