10.05.2022

Unsere kommenden Veranstaltungen

Besuchen Sie uns am Samstag 14. Mai auf dem Saatgutmarkt im Rahmen des Samstags der Tomate in Genf!

Wir freuen uns, Sie an der rue Baulacre 3 in Genf zu treffen, um über die Bedeutung von Saatgut in der Schweiz und im Ausland zu sprechen. Gerne geben wir Ihnen auch etwas Saatgut mit, um den Balkon und Garten mit Salaten zu schmücken.

Alle nützlichen Informationen erhalten Sie hier.

Wir sind auch am 22. Mai am Zierpflanzenmarkt in Bern (Elfenauweg 94) mit einem Stand vertreten.
Kommen Sie vorbei!

Veränderung säen!

Saatgut steht ganz am Anfang der landwirtschaftlichen Produktion und spielt somit eine essenzielle Rolle in unserer Ernährung. Ob Reis, Hirse oder Weizen – durchschnittlich 80 Prozent der konsumierten Lebensmittel sind Pflanzen. Diese Schlüsselrolle ist untrennbar mit den Bäuerinnen und Bauern verbunden, die seit Jahrtausenden Saatgut aufbewahren und vermehren. Sie wissen, wie man das Potenzial einer Sorte nutzen kann. Auf diese Weise haben sie die Biodiversität gefördert und Obst, Gemüse und Getreide entwickelt, das an das jeweilige Gebiet, die klimatischen Bedingungen aber auch den Geschmack der Konsumenten angepasst sind. In zahlreichen Ländern des Südens ist bäuerliches Saatgut ein Grundpfeiler zur Ernährungssicherheit. Doch Kleinbäuerinnen und Kleinbauern stehen je länger je mehr vor grossen Hürden.

Saatgut muss frei verwendbar sein!

Ein gefährliches Verbot

Die von der Schweiz kürzlich unterzeichneten Handelsabkommen beinhalten in vielen Fällen eine Klausel, die den Ländern im Süden vorschreibt, strenge Regeln bezüglich der Verwendung von Saatgut einzuhalten. Hinter der wenig aussagekräftigen Bezeichnung «UPOV 91» verbirgt sich eine ernsthafte Gefahr: Den Bäuerinnen und Bauern in den Unterzeichnerstaaten wird damit verboten, Saatgut aufzubewahren, zu vermehren, zu tauschen und zu verkaufen. Diese Einschränkung steht im Widerspruch zur UNO-Deklaration über die Rechte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Die Industriestaaten setzen die UPOV-Massnahmen auf ihrem Gebiet dabei weniger konsequent um als es von Entwicklungsländern verlangt wird. Im Rahmen der Kampagne verstärkt SWISSAID ihr Engagement, damit die nächsten Abkommen der Schweiz die einschränkende Klausel nicht mehr enthalten.

Bestellen Sie Ihr eigenes Saatgut!

Sie können gratis eine Tüte mit biologischem und lokalem Saatgut bestellen und bekommen es im Frühling nach Hause geliefert. Im Gegensatz zu vielen Bäuerinnen und Bauern im Süden haben Sie das Recht, das Saatgut zu tauschen, zu vermehren und aufzubewahren. Bestellen Sie hier Ihre Saatgut-Tüte!

Stimme des Südens

Die kolumbianische Saatguthüterin Maricela Gironza, die kürzlich von SWISSAID interviewt wurde, erklärt, wie wichtig es ist, eigenes Saatgut produzieren, tauschen, verkaufen und anbauen zu können.

Biodiversität retten

«Veränderung säen» ist auch ein Aufruf zur Rettung unserer Biodiversität. In den vergangenen 100 Jahren sind 75 Prozent aller Pflanzensorten verloren gegangen. Eine erschreckende Zahl, die sich zum Teil durch den drastischen Rückgang des bäuerlichen Saatguts zugunsten von industriell hergestelltem Saatgut erklären lässt. Das patentierte industrielle Saatgut erfordert den Einsatz von chemischen Düngemitteln und synthetischen Pestiziden und schadet sowohl den Böden als auch den bestäubenden Insekten. Zur Rettung der Biodiversität sollte deshalb auf bäuerliches Saatgut und Agrarökologie gesetzt werden.

Im Rahmen dieser Kampagne arbeitet SWISSAID mit der Organisation Pro Specie Rara zusammen, einer Schweizer Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, vom Aussterben bedrohte Kulturpflanzen und Nutztiere zu schützen. Die Kampagne macht auf die Herausforderungen des Saatgutwesens in der Schweiz aufmerksam und verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick über die Situation.

Sind Sie an diesem Thema interessiert?

Nehmen Sie an unserem Quiz teil und erhalten Sie ein Säckchen mit lokalem Bio-Saatgut. Im Gegensatz zu zahlreichen Bäuerinnen und Bauern im Süden dürfen Sie dieses Saatgut tauschen, vermehren und aufbewahren.