Drohende Umweltkatastrophe: Tschadische Regierung stoppt chinesische Ölfirma

Drohende Umweltkatastrophe: Tschadische Regierung stoppt chinesische Ölfirma

Weil er die nationalen Umweltstandards mit Füssen getreten hat, haben die tschadischen Behörden einen der weltgrössten Ölkonzerne gezwungen, seine Arbeit zu unterbrechen. Zivilgesellschaftliche Organisationen, die von SWISSAID in ihrem Kampf unterstützt werden, fordern die Regierung auf, noch einen Schritt weiter zu gehen. 

Dem staatlichen Ölkonzern „China National Petroleum Corporation (CNPC)“, der seit 2009 im Tschad Öl abbaut, bläst im Wüstenstaat ein rauer Wind entgegen. Das Mineralölunternehmen wird beschuldigt, in der Region Koudalwa im Süden des Landes Rohöl in die Natur abgelassen zu haben. Am 12. August 2013 hat die Regierung deswegen beschlossen, die Geschäfte des Konzerns zu stoppen.

Verschärfte Kontrollen

Die Organisation GRAMP/TC, die sich seit einigen Jahren für eine transparente Verwaltung der Erdöleinnahmen und für die Durchsetzung von Umweltstandards engagiert, lobte die "mutige und verantwortungsvolle Entscheidung" der Regierung. Diese kehre die "fragwürdigen Praktiken" einiger Ölgesellschaften, die die nationalen Gesetze zum Schutz der Umwelt mit Füssen treten würden, ans Licht. Gilbert Maoundonodji, Koordinator von GRAMP/TC, freut sich, dass die zahlreichen Appelle der zivilgesellschaftlichen Organisationen endlich Gehör finden. Gleichzeitig fordert er den tschadischen Minister für Erdöl und Energie dazu auf, die "Inspektionen vor Ort" zu verschärfen.

Visite im Ölfeld

Nachdem die CPPN (Commission Permanente Pétrole N‘Djaména) die Schäden auf dem Ölfeld Koudalwa während einer Visite vom 20. bis 22. August 2013  begutachtet hatte, lud die von SWISSAID unterstütze Organisation am 27. August zur Pressekonferenz: Dabei empfahl die CPPN den tschadischen Behörden, nicht nur die Bestimmungen des Vertrages mit dem chinesischen Staatskonzern CNPC zu überarbeiten, sondern die Übereinkommen mit sämtlichen Rohstoffunternehmen, die im Tschad tätig sind, zu überprüfen. Darunter fällt auch die Schweizer Firma Glencore mit Sitz in Zug.

SWISSAID unterstützt GRAMP/TC und CPPN in ihrer unermüdlichen Arbeit, eine gerechtere Verteilung der Öleinnahmen zu erwirken. Bessere Lebensbedingungen für die Männer, Frauen und Kinder in einem der ärmsten Länder der Welt sind das Ziel.