Transparenz: Rio Tinto macht‘s vor und publiziert Steuerbericht

Transparenz: Rio Tinto macht‘s vor und publiziert Steuerbericht

Es geht also. Die Nummer drei der Bergbaubranche, der britisch-australische Konzern Rio Tinto, hat einen Bericht publiziert, der Steuern und andere Zahlungen an Regierungen Land für Land genau auflistet. Von solcher Transparenz kann man bei Schweizer Rohstoff-Konzernen wie Glencore und Xstrata nur träumen.

Der Unterschied sticht sofort ins Auge: Rio Tinto bezahlte im letzten Jahr weltweit 10.7 Milliarden Dollar Steuern. Der Schweizer Rivale Glencore verbuchte dagegen unter dem Strich 2011 einen Steuergewinn von 264 Millionen – dank „Reorganisationseffekten“ vor dem Börsengang im Frühling letzten Jahres, wie der Zuger Konzern bei der Publikation seines Jahresberichts  bekannt gab. Details zu diesem skandalösen Steuergewinn, wo und wie dieser zustande kam, sucht man in Glencores Zahlen indessen vergeblich.

Dass es auch ganz anders geht, hat der britisch-australische Konzern Rio Tinto soeben unter Beweis gestellt. Denn der Bergbau-Konzern gab in einem ausführlichen Bericht Details zu den Steuerzahlungen und anderen Abgaben an Regierungen aller Länder bekannt, in denen das Unternehmen tätig ist. Dies zeigt, dass ein solcher Grad an Transparenz auch für einen Welt-Konzern durchaus möglich ist, ohne dass dadurch Wettbewerbsnachteile oder untragbare Kosten entstünden.

Genau diese Argumente verwenden indessen viele Rohstoff-Unternehmen im Kampf gegen anstehende Gesetze in den USA und in der EU, die mehr Licht ins dunkle Rohstoffgeschäft bringen wollen.  Denn nur mit nach Ländern aufgeschlüsselten Informationen können letztlich die Korruption und Steuervermeidung bekämpft werden, die im Geschäft mit Bodenschätzen weit verbreitet sind. SWISSAID fordert auch die Schweiz auf, ihre Rohstoffkonzerne an die Leine zu nehmen und von Glencore oder Xstrata Transparenz zu verlangen. Dass dies ohne weiteres möglich ist, hat Rio Tinto soeben bewiesen.