«Tour de Suisse» mit Bauer-Power-Frauen aus vier Kontinenten

«Tour de Suisse» mit Bauer-Power-Frauen aus vier Kontinenten

Genf / Bern, 6. Oktober 2014. Im Internationalen Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe lancieren SWISSAID und der Schweizer Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) den Bäuerinnen-Dialog. Acht Landfrauen aus Kolumbien, Myanmar, Tschad und Kanada gastieren in den kommenden zehn Tagen an Events auf Höfen in der ganzen Schweiz, um über Chancen und Herausforderungen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft zu debattieren. Der Startschuss fiel am Montag in Genf. 

500 Millionen bäuerliche Familienbetriebe produzieren mehr als die Hälfte aller Nahrungsmittel, die weltweit konsumiert werden. Doch Bauernfamilien sind fast überall unter Druck: Ohne staatliche Hilfe und bedrängt von industriellen Grossbetrieben und Agrarkonzernen verlieren sie den Zugang zu Land und lokalem Saatgut. „Deshalb unterstützt SWISSAID die kleinbäuerliche ökologische Landwirtschaft“, erklärt Geschäftsleiterin Caroline Morel, „und vor allem die Bäuerinnen, die in vielen Entwicklungsländern besonders stark unter Hunger leiden“. Der am Montag mit einer Medienkonferenz in Genf lancierte Bäuerinnen-Dialog soll auf die zentrale Rolle der Frauen in der globalen Landwirtschaft aufmerksam machen und Debatten über die Chancen und Herausforderungen ermöglichen, die auf allen Kontinenten ähnlich liegen.

Der Genfer Regierungsrat Luc Barthassat betonte, man müsse die bäuerlichen Familien-strukturen erhalten und stärken, sowohl in der Schweiz wie in den Entwicklungsländern. Zum Beispiel in Kolumbien, wo viele Familienbetriebe aufgeben müssen, weil der Verdienst nicht zum Überleben ausreicht. „Bauernfamilien müssen von ihrer Arbeit leben können, sonst entleeren sich ganze ländliche Regionen“, warnte die kolumbianische Bäuerin Yaini Isabel Contreras Jiménez, eine der Teilnehmerinnen am Bäuerinnen-Dialog.

Die Landflucht bereitet auch François Erard Sorgen, dem Direktor von AgriGenève. Immer mehr Bauernbetriebe geben auf, sowohl im Kanton Genf wie auf der ganzen Welt. Eine fatale Entwicklung, so Erard, denn „nur ein kleinbäuerliches Landwirtschaftsmodell kann den Zugang zu ausreichend Nahrung für alle garantieren“. Christine Bühler, Präsidentin des Schweizer Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes (SBLV) machte auf eine mögliche Lösung des Problems aufmerksam: „Frauen müssen besseren Zugang zu Landbesitz bekommen, in der Schweiz und weltweit“. 

Nach dem Start in Genf gastieren die acht Bäuerinnen aus Kolumbien, Tschad, Myanmar und Kanada in den kommenden zehn Tagen auf Höfen in den Kantonen Freiburg, Obwalden, Aargau, Zürich und St. Gallen. Die Veranstaltungsreihe endet mit einer Podiumsdiskussion am 16. Oktober, dem Welternährungstag, an der OLMA in St. Gallen. 

Mehr Informationen und Interview-Anfragen: 

Caroline Morel, Geschäftsleiterin SWISSAID: 079-208-7517; c.morel@swissaid.ch