Mit Schulgärten gegen den Hunger

Trotz einem gross angelegten Schulernährungsprogramm leiden in Indien viele Schulkinder unter Vitamin- und Eisenmangel. In Schülergärten bauen sie das Nötige selbst an und lernen so die agroökologische Landwirtschaft kennen.

Der indische Staat wickelt das weltweit grösste Programm zur Speisung von Schulkindern ab – und doch zählen die Kinder auf dem Subkontinent zu den Schülerinnen und Schülern, die sehr häufig unter Vitamin-A- oder Eisenmangel leiden. Grund dafür sind die einseitigen Mahlzeiten. Die Mangelernährung führt zu Entwicklungsstörungen, die sich kaum mehr wettmachen lassen. Die Kinder können sich weniger gut konzentrieren, werden häufiger krank, fehlen in der Schule – ein Teufelskreis.

Naturnahe Gärten

Das hat die Regierung erkannt und die Schulen angewiesen, Schulgärten anzulegen, damit für die gesunde Ernährung mehr Gemüse zur Verfügung steht. Doch damit ist es nicht getan. Denn in den Schulen fehlt es an essentiellem Know-how: So gibt es zum Beispiel keine Anleitung, wie die Küchengärten geplant und angelegt werden sollen. Hier beginnt die Arbeit von SWISSAID:

  • Fachleute im agroökologischen Anbau und Ernährungsexperten leiten die Kinder an. Die Schulen erhalten Gartenwerkzeug, Fässer für die Herstellung von Kompost und Material für die biologische Schädlingsbekämpfung. Es werden lokale Saatgutsorten angepflanzt, die die Produzenten aus der Umgebung liefern.
  • Freiwillige unterstützen die Arbeit in den Gärten und sorgen dafür, dass das geerntete Gemüse in der Schulküche verarbeitet wird, während die Lehrkräfte unterrichten. Die Schulkinder dokumentieren die Arbeit und zeigen die Arbeiten öffentlich (Posters, Artikel in Magazinen, Videos), um die Küchengärten bekannter zu machen und Unterstützung zu gewinnen.
  • An Besuchstagen werden die Eltern über gesunde Ernährung aufgeklärt. Die meisten Kinder stammen aus armen Bauernfamilien. Ziel ist, dass die Familien solche Gärten auch bei sich zu Hause einrichten, nachdem sie den positiven Effekt bei ihren Kindern erleben.

Die ersten Ergebnisse des Projekts sind ermutigend. Und SWISSAID lässt nicht locker – schliesslich geht es um das Wohl von Tausenden Kindern, die künftig den Teller doppelt mit Gemüse füllen sollen