Podiums-Veranstaltung: Was tut die Rohstoff-Grossmacht Schweiz?

Licht ins Dunkel bringen: Derzeit ensteht ein globales Regelwerk für mehr Transparenz im Geschäft mit Rohstoffen. Doch dazu muss auch die Schweiz als wichtigster Rohstoff-Handelsplatz der Welt ihren Teil beitragen. SWISSAID organisiert hierzu am 16. und 17. Januar in Genf und Bern zwei Tagungen.

 Die globale Transparenzbewegung im Rohstoffsektor steht an einer Wegscheide. In den USA und in der EU sind Gesetze für mehr Transparenz in den Rohstoff-Finanzflüssen erlassen bzw. kurz vor der Verabschiedung. Und die globale Transparenz-Initiative EITI steckt mitten in der Überprüfung ihres Regelwerks. Bereits ist eine intensive Debatte um die Ausweitung der Transparenz-Vorschriften entbrannt: Sollen auch Verträge und Lizenz-Vergaben öffentlich werden? Und wie lässt sich neben der Förderung von Bodenschätzen der Öl- und Rohstoffhandel einbeziehen?

Die Schweiz in der Pflicht

Auch die Schweiz als wichtigster Rohstoffhandelsplatz der Welt wird Verantwortung übernehmen und ihren Teil zum globalen Transparenz-Regelwerk beitragen müssen. In Verwaltung und Parlament sind entsprechende Berichte und Vorstösse in Arbeit. Die Podiumsveranstaltung soll einen Überblick über die Trends in dieser Debatte geben, die für eine systemrelevante Branche der Schweizer Wirtschaft von zentraler Bedeutung ist. Und sie soll in der Diskussion mit den wichtigsten Akteuren der Frage nachgehen, in welcher Form und in welchem Tempo sich die Schweiz den entsprechenden Herausforderungen stellen will.

Reich und doch ganz arm

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Tatsache, dass trotz immensem Reichtum an Bodenschätzen viele Menschen in Ländern wie etwa Niger, Angola oder Kongo in extremer Armut verharren. Ein wichtiger Grund für diesen „Fluch der Ressourcen“ ist die mangelnde Transparenz in den milliardenschweren Zahlungsströmen zwischen Rohstoffkonzernen und den Regierungen der Förderländer. Denn nur wenn bekannt ist, wie viel Geld ins Land fliesst, kann die Bevölkerung von ihrer Regierung Rechenschaft einfordern, gegen Korruption und Misswirtschaft vorgehen und die Verwendung der Rohstofferlöse kontrollieren und beeinflussen.

10 Jahre Erfolgsgeschichte

Um diese Ziele zu erreichen, wurde vor genau zehn Jahren die internationale NGO-Koalition „Publish What You Pay“ (PWYP) gegründet, gefolgt von der „Extractive Industries Transparency Initiative“ (EITI), die Regierungen, Zivilgesellschaft und Unternehmen umfasst. PWYP hat heute weltweit über 700 Mitglieder, die EITI sorgt in 37 Ländern für mehr Transparenz im Geschäft mit Bodenschätzen. Diesen beiden Organisationen ist es zu verdanken, dass die Zahlungsflüsse in der Rohstoff-Branche, vor zehn Jahren vielerorts ein Staatsgeheimnis, heute zum breit diskutierten Mainstream-Thema geworden sind