Rio+20 : Vorbehalte der Entwicklungsländer vor Beginn der Konferenz

Rio+20 : Vorbehalte der Entwicklungsländer vor Beginn der Konferenz

In Rio konnte Almoustpha Moumouni schon im Vorfeld der Konferenz feststellen, dass die Vorbehalte der Entwicklungsländer gegenüber der Schlusserklärung von Rio+20 gross sind.

Wie kritisch die Vertreter der Entwicklungsländer dem Entwurf der Abschlusserklärung gegenüberstehen, hat Almoustapha Moumouni in Rio bereits gesehen. Der Entwurf ist aus den Verhandlungen hervorgegangen, die bis kurz vor dem offiziellen Gipfel vom 20. bis 22. Juni geführt werden. Er wird aber zu weniger als 40 Prozent gutgeheissen. Gleichzeitig zum Erdgipfel findet ein Gipfel der Völker statt, mit einem dicht gedrängten und spannenden Programm mit Aktivitäten, die über die gesamte riesige Metropole verteilt sind. Manchmal sind zwei- bis dreistündige Busfahrten nötig, um von einer Aktivität zur nächsten zu gelangen. Ohne ausgezeichnete Organisation ist es deshalb schwierig, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.

Almoustapha Moumouni konzentriert sich auf die Workshops, die einen Zusammenhang mit der Arbeit von SWISSAID haben. Zusammen mit Kanni Abdoulaye, dem Koordinator der von SWISSAID unterstützten COPAGEN im Niger – der Koalition für den Schutz der genetischen Ressourcen Afrikas – nahm er an einem Workshop über Good Practices für eine nachhaltige Landwirtschaft teil. An diesem Workshop wurde auch der IAASTD-Bericht über Ernährungssicherheit, Saatgutbanken und Biodiversität in der Landwirtschaft behandelt.

Am Workshop berichtete der SWISSAID-Vertreter über die Versuche, die SWISSAID im Niger mit der Erhaltung des traditionellen bäuerlichen Saatguts macht, und über den Schutz dieses Saatguts gegen die Einführung von GVO in der westafrikanischen Landwirtschaft. Er sprach auch über die Erfahrung mit der Kampagne zur biologischen Vielfalt und Ernährungssicherheit («Semences d’identité et d’indépendance»), die SWISSAID und ihre Partner im Niger durchführen. Dabei erwähnte er speziell auch deren positive Wirkung: das Recht auf Nahrung und die Förderung der Ernährungssouveränität wurden im November 2010 in der neuen nigrischen Verfassung festgehalten. Kanni Abdoulaye stellte die COPAGEN vor, die bei der Erhaltung des gentischen Erbes in Westafrika eine zentrale Rolle spielt und die bei den Teilnehmern auf grosses Interesse stiess.

Die zahlreichen Teilnehmer schätzten diesen Erfahrungsaustausch sehr. Die Präsenz des SWISSAID-Vertreters im Niger am Erdgipfel Rio+20 ist ein entschiedener Vorteil: Nicht nur kann er sehr konkrete Erfahrungen weitergeben, sondern auch für seine eigene Arbeit von Erfahrungen profitieren, die andere im Bereich der Erhaltung des traditionellen Saatguts und der Ernährungssouveränität gemacht haben.

Almoustapha Soumana Moumouni leitet das SWISSAID-Büro im Niger und vertritt SWISSAID an Rio+20. Er berichtet aus Rio über eine Eindrücke und Tätigkeiten im Rahmen der Konferenz.