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Saatgut – eine Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels

Im Nordwesten Kenias sind die Ackerbau- und Viehzuchtgemeinschaften von Turkana und Baringo mit wiederkehrenden Klimakrisen und einer alarmierenden Ernährungsunsicherheit konfrontiert. Als Reaktion darauf setzt dieses Projekt auf lokale Saatgutbanken, um humanitäre Nothilfe mit langfristiger landwirtschaftlicher Resilienz zu verbinden.

Die Fakten

Land, Region:

Baringo und Turkana, Kenia

Dauer:

Juli 2026 – Juni 2027

Begünstigte:

direkt: 1'500 Bäuerinnen und Bauern; indirekt: 9'000 Menschen

Gesamtprojektbudget:

214,138 CHF

Die Ziele

Das Projekt zielt darauf ab, die Ernährungssicherheit und die Widerstandsfähigkeit gefährdeter Bauern- und Hirtenfamilien in Turkana und Baringo zu stärken und ihnen gleichzeitig zu helfen, sich besser auf Krisen vorzubereiten. Zu diesem Zweck stützt sich das Projekt auf an die lokalen Bedingungen angepasste Saatgutsysteme, Krisenvorsorge auf Gemeindeebene und die Förderung der Agrarökologie. Dieser Ansatz geht die Ursachen der wiederkehrenden Ernährungsunsicherheit an und verbessert nachhaltig die Widerstandsfähigkeit der betroffenen Haushalte gegenüber klimabedingten Schocks wie Überschwemmungen und Dürren, die durch El Niño verursacht werden.

Der Kontext

Kenia ist vom Klimawandel besonders stark betroffen. In den Trockengebieten von Turkana und Baringo zerstören extreme Dürren und schwere Überschwemmungen die Ernten und dezimieren den Viehbestand. Das El-Niño-Phänomen verschärft die Situation zusätzlich. Anfang 2026 litten in diesen Regionen rund 3,3 Millionen Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit. Die Jüngsten sind besonders gefährdet: In bestimmten Regionen von Turkana leidet mehr als jedes dritte Kind unter fünf Jahren an akuter Unterernährung.

 

Die grösste Herausforderung besteht darin, aussäen zu können: Wenn eine Ernte durch heftige Regenfälle oder eine Dürre verloren geht, fehlen den Familien das notwendige Saatgut für die nächste Saison.

Die Lösung

Seit 2024 engagiert sich SWISSAID gemeinsam mit dem lokalen Netzwerk «Seed Savers Network of Kenya» in den Regionen Turkana und Baringo, die besonders stark von der Klimakrise betroffen sind. Gemeinsam stärken wir die Bauerngemeinschaften, damit sie den Auswirkungen des Klimawandels besser begegnen können.

 

Zu diesem Zweck stärkt das Projekt die von den Gemeinschaften selbst verwalteten Saatgutsysteme. Im Mittelpunkt dieses Ansatzes stehen die gemeinschaftlichen Saatgutbanken. Diese Einrichtungen ermöglichen es, klimaresistente lokale Sorten zu bewahren, zu vermehren und zu verteilen. Sie garantieren den Bäuerinnen und Bauern einen schnellen Zugang zu qualitativ hochwertigem Saatgut unmittelbar nach einem Klimaschock und sichern so die Nahrungsmittelproduktion auf nachhaltige und autonome Weise.

«Dank der Saatgutbank ist der Zugang zu Saatgut während der Aussaatzeit viel einfacher. Wir gehen zur Saatgutbank, holen das benötigte Saatgut ab und säen sofort aus.»

Agnes Esinyen, Vorsitzende der Saatgutbank Kalemnyang in der Region Turkana, Nordwestkenia.

Die Aktivitäten

Das Projekt konzentriert seine Massnahmen auf drei strategische Schwerpunkte:

  • Nothilfe und Subsistenz: 1’500 Familien erhalten für die Region geeignetes Saatgut und Setzlinge. Parallel dazu nehmen 400 Jugendliche an einem bezahlten Programm (Cash-for-Work) teil, das der Vorbereitung der Infrastruktur auf Überschwemmungen gewidmet ist. Es werden zwei Saatgutmessen organisiert, damit Bäuerinnen und Bauern hochwertiges Saatgut erwerben und verbreiten können.
  • Kapazitätsaufbau: Die Mitglieder von 12 gemeinschaftlichen Saatgutbanken und 60 Saatgutvermehrer*innen werden in den Bereichen Lagerung, Verpackung, Agrarökologie und im Umgang mit untergenutzten Arten (NUS) geschult. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden werden Frühwarnsysteme entwickelt.
  • Politischer Rahmen: Das Projekt führt Lobbyarbeit durch, um die nationalen und regionalen Saatgutgesetze weiterzuentwickeln, und unterstützt dabei insbesondere die Erste Ostafrikanische Konferenz über einheimisches Saatgut.

Erwartete Auswirkungen

Inklusion und lokale Eigenverantwortung sind die Triebkräfte dieser Initiative:

  • 1’500 Bauernfamilien werden direkt unterstützt.
  • Frauen, die traditionell die Saatgutbewahrerinnen sind, werden in den Entscheidungsgremien und bei den Schulungen in den Mittelpunkt gestellt.
  • 400 junge Menschen werden angesichts der Krise von neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten profitieren.
  • weitere 9’000 Menschen werden indirekt vom Peer-to-Peer-Wissensaustausch, von der Vitalität der Saatgutbanken und von einer insgesamt besseren Ernährungssicherheit profitieren.

Kontakt

Kenenisa Assefa Kelele

Programmmitarbeiter Kenia und Themenverantwortlicher konfliktsensibles Programmmanagement

k.kelele@swissaid.ch

Silvia Boarini

Programmverantwortliche Ost- und Südliches Afrika

s.boarini@swissaid.ch
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