«Früher hatten wir manchmal nur einmal am Tag zu essen. Besonders am Ende der Regenzeit hatten wir nicht genug zu essen, da der Reis noch nicht reif zum Ernten war.», sagt Ricardina Carlos Mbana, Bäuerin aus dem Dorf Burne Balanta. Die 30-Jährige lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in der Region Cacheu.
«Früher reichte die Produktion nicht aus, um meine Familie zu ernähren», sagt Maria Mute, Bäuerin und Präsidentin einer lokalen Bauernorganisation im Dorf Dame Uabe. Die 31-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Region Oio. Wie viele Familien in der Gegend baut sie Erdnüsse, Bohnen, Reis, Mais und Sesam an.
Auch Segunda Indibé kennt diese Herausforderungen. Die Gemüsebäuerin lebt von der Landwirtschaft, obwohl sie ursprünglich zur Kindergärtnerin ausgebildet wurde. «Was wir anbauen, reicht nicht für das ganze Jahr. Die Lebensmittel gehen zu früh aus, und zeitweise fehlt es der Familie an Nahrung», berichtet sie. Besonders die zunehmenden Wetterextreme setzen den Familien zu. «Der Klimawandel zerstört alles. Letztes Jahr blieb fast nichts übrig.»
Der Bevölkerung, die sehr jung ist (Durchschnittsalter von 19 Jahren gegenüber 42 Jahren in der Schweiz), fehlen wirtschaftliche Perspektiven, da sie keinen Zugang zu Bildung und Entscheidungshebeln hat, um etwas zu bewirken.