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Nachhaltige Landwirtschaft für Frauen und Jugendliche

«Frauen werden Motoren des Wandels»

In Guinea-Bissau spielen Frauen eine zentrale Rolle in der Ernährung ihrer Familien, da sie sich um den Anbau der Lebensmittel kümmern. Dank den Workshops zu Agrarökologie mit SWISSAID können diese Frauen zu Motoren des Wandels werden und die Ernährungssicherheit der ganzen Familie verbessern. Junge Menschen lernen zudem, ein Kleinunternehmen zu führen.

Die Fakten

Land, Region:

Guinea-Bissau, Cacheu, Bafatá und Oio

Dauer:

Januar 2026 - Dezember 2027

Begünstigte:

2000 (direkt) und 20'000 (indirekt)

Gesamtprojektbudget:

CHF 446'900

Die Ziele

  • Nachhaltige Landwirtschaftspraktiken werden vermittelt, um die Bodenqualität zu verbessern und die Produktivität zu steigern.
  • Frauen werden in Alphabetisierung und Jugendliche in Unternehmensführung geschult, um ihr Einkommen zu steigern
  • Frauen und junge Führungspersönlichkeiten werden auf lokaler Ebene unterstützt, um ihre Stimme zu stärken und die Geschlechtergleichstellung zu fördern.
  • Agroforstwirtschaftliche Prinzipien werden vermittelt, um Pflanzenwachstum zu fördern, chemische Pestizide zu reduzieren und die Biodiversität zu erhöhen.
  • Verbesserter Zugang zu Wasser zur Bewässerung der Gemüsegärten und Haushalte.Das Projekt wird durch den Programmbeitrag der DEZA mitfinanziert.

In den Regionen Oio und Cacheu im Nordwesten von Guinea-Bissau sind viele Familien von der Landwirtschaft abhängig. Doch Dürren, Überschwemmungen und fehlende Perspektiven erschweren das Leben. Viele Kleinbäuerinnen und -bauern setzen auf den Anbau von Cashewnüssen in Monokulturen, was die Bodenfruchtbarkeit verringert, die Biodiversität gefährdet und sie abhängig von schwankenden Weltmarktpreisen macht. Doch es fehlt an Wissen, um nachhaltige Anbaumethoden zu nutzen, die Umwelt zu schützen und eine sichere Ernährung zu gewährleisten.

 

Den Frauen, die den Grossteil der landwirtschaftlichen Arbeit verrichten und für den Lebensunterhalt ihrer Familien sorgen, fehlen die notwendigen technischen Kenntnisse, um nachhaltige Anbaumethoden einzuführen und Ernten zu sichern, die für die Ernährung ausreichen. Da sie von den Entscheidungsprozessen ausgeschlossen sind, verfügen sie nicht über genügend Handlungsspielraum, um ihre Situation zu verbessern.

Ricardina Carlos Mbana, Bäuerin,  30 Jahre alt

«Früher hatten wir manchmal nur einmal am Tag zu essen. Besonders am Ende der Regenzeit hatten wir nicht genug zu essen, da der Reis noch nicht reif zum Ernten war.»

Ein schwieriger Kampf

«Früher hatten wir manchmal nur einmal am Tag zu essen. Besonders am Ende der Regenzeit hatten wir nicht genug zu essen, da der Reis noch nicht reif zum Ernten war.», sagt Ricardina Carlos Mbana, Bäuerin aus dem Dorf Burne Balanta. Die 30-Jährige lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in der Region Cacheu.

 

«Früher reichte die Produktion nicht aus, um meine Familie zu ernähren», sagt Maria Mute, Bäuerin und Präsidentin einer lokalen Bauernorganisation im Dorf Dame Uabe. Die 31-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Region Oio. Wie viele Familien in der Gegend baut sie Erdnüsse, Bohnen, Reis, Mais und Sesam an.

 

Auch Segunda Indibé kennt diese Herausforderungen. Die Gemüsebäuerin lebt von der Landwirtschaft, obwohl sie ursprünglich zur Kindergärtnerin ausgebildet wurde. «Was wir anbauen, reicht nicht für das ganze Jahr. Die Lebensmittel gehen zu früh aus, und zeitweise fehlt es der Familie an Nahrung», berichtet sie. Besonders die zunehmenden Wetterextreme setzen den Familien zu. «Der Klimawandel zerstört alles. Letztes Jahr blieb fast nichts übrig.»

 

Der Bevölkerung, die sehr jung ist (Durchschnittsalter von 19 Jahren gegenüber 42 Jahren in der Schweiz), fehlen wirtschaftliche Perspektiven, da sie keinen Zugang zu Bildung und Entscheidungshebeln hat, um etwas zu bewirken.

Maria Mute, Bäuerin, 31 Jahre alt

«Ich habe gelernt, natürliche Mittel gegen Schädlinge einzusetzen und meine Produkte besser zu vermarkten.»

Ein Projekt

Mit dem Projekt «Fiança di Terra» unterstützt SWISSAID Frauen und Jugendliche dabei, ihre Ernährungssicherheit zu gewährleisten, ihre Einkommensquellen zu diversifizieren und sich eine Zukunft in völliger Selbstständigkeit aufzubauen.

 

Mit dem Projekt «Fiança di Terra» lernen rund 2’000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern agrarökologische und agroforstwirtschaftliche Methoden kennen.Sie erfahren, wie sie ihre Böden mit Kompost und natürlichen Düngern verbessern, biologische Mittel gegen Schädlinge einsetzen und ihre Erntenvielfältiger gestalten können.

Gleichzeitig stärkt SWISSAID lokale Organisationen, verbessert den Zugang zu Wasser und unterstützt Frauen sowie Jugendliche beim Aufbau neuer Einkommensmöglichkeiten.

 

Für Maria Mute hat sich bereits viel verändert. «Ich habe gelernt, natürliche Mittel gegen Schädlinge einzusetzen und meine Produkte besser zu vermarkten», erzählt sie. Heute kann sie Ausgaben und Einnahmen berechnen, Preise festlegen und ihre Produkte gezielter verkaufen. Das stärkt nicht nur ihr Einkommen, sondern auch ihre Stellung innerhalb der Gemeinschaft.

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Dem Bauern in Ecuador. Der Mutter im Niger. Dem Jungen in Myanmar. Der Frau in Kolumbien. Der Familie in Tansania. Dem Mann im Tschad. Dem Mädchen in Indien. Dem Vater in Guinea-Bissau. Ihnen kommt Ihre Spende zugute.

Führungskompetenz

«Dank der Schulung in Agrarökologie, habe ich aufgehört, chemische Produkte zu verwenden und stelle selbst Kompost her. Das ist besser für meine Gesundheit und die meiner Familie, zudem gebe ich deutlich weniger Geld aus, seit ich keine teuren chemischen Produkte mehr kaufe», erzählt Ricardina Carlos Mbana. Zudem baut die Bäuerin und Gemüsegärtnerin nun eine viel grössere Vielfalt an Kulturen an: Reis, Erdnüsse, Gurken, Gombo, Auberginen, Tomaten und Peperoni. So kann sich die Familien nun viel diverser Ernähren und die Böden werden weniger ausgelaugt.

 

Auch Segunda Indibé profitiert von den Schulungen. «Ich habe gelernt, wie man ein Leitungskomitee bildet und führt. Das hat mir geholfen, die Rolle der Sekretärin unserer Vereinigung zu übernehmen.» Besonders wichtig ist für sie das neu gewonnene Wissen über ihre Rechte: «Ich kenne heute meine Rechte.»

 

Frauen leisten in Guinea-Bissau den grössten Teil der landwirtschaftlichen Arbeit. Das Projekt stärkt mit Schulungen gezielt ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit, ihre Führungsrollen und ihre Mitbestimmung in den Gemeinden.

 

Eine weitere Komponente des Projekts kommt den  Jugendlichen zu Gute: Sie bekommen neue Perspektiven durch Schulungen in Unternehmertum, Finanzmanagement und Alphabetisierung. 40 junge Menschen werden im Kleinstunternehmertum ausgebildet und werden ein tragfähiges Kleinstunternehmen führen. 

Segunda Indibé, Bäuerin, 31 Jahre alt

«Ich habe gelernt, wie man ein Leitungskomitee bildet und führt. Das hat mir geholfen, die Rolle der Sekretärin unserer Vereinigung zu übernehmen.

Eine breitere Wirkung

Die Wirkung reicht weit über die direkt Beteiligten hinaus. Insgesamt profitieren rund 20’000 Menschen von einer verbesserten Ernährung, nachhaltigeren Anbaumethoden und höheren Einkommen. Weitere 200’000 Menschen werden über Sensibilisierungskampagnen zu Agrarökologie, Wasser und Gleichstellung erreicht.

 

Die Frauen blicken mit Zuversicht nach vorne. Ricardina möchte in Zukunft ein eigenes Feld erwerben, um dort anzubauen und meine Produkte auf dem Markt in Canchungo zu verkaufen. Mit den zusätzlichen Einnahmen möchte sie die Ausbildung meiner Kinder finanzieren.

 

Maria Mute träumt davon, ihre Produktion zu vergrössern und eines Tages einen kommerziellen Landwirtschaftsbetrieb aufzubauen. Segunda Indibé möchte zusätzlich ein kleines Geschäft führen und als Kindergärtnerin arbeiten. «Trotz aller Schwierigkeiten glaube ich weiterhin daran, dass ich eines Tages erfolgreich sein werde», sagt sie. Mit Unterstützung von SWISSAID sind solche Zukunftspläne keine unerreichbaren Träume mehr, sondern konkrete Perspektiven.

Kontakt

Ousmane Coulibaly

Landesverantwortlicher SWISSAID Guinea-Bissau

o.coulibaly@swissaidgb.org

Blaise Burnier

Programmverantwortlicher Westafrika

b.burnier@swissaidtanzania.org
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