Parlamentsdelegation besucht Guinea-Bissau: Hunger ist biologisch abbaubar

Parlamentsdelegation besucht Guinea-Bissau: Hunger ist biologisch abbaubar

Bern / Lausanne, 17. Februar 2014. Das industrielle Landwirtschafsmodell ist überholt, die Zukunft gehört der biologischen Produktion. Dies belegen immer mehr Studien und konkrete Beispiel aus Entwicklungsländern wie etwa Guinea-Bissau. Zum Auftakt der SWISSAID-Jahreskampagne „Bio gegen Hunger“ besuchte eine Schweizer Parlaments-Delegation den westafrikanischen Kleinstaat, wo sich Kleinbauernfamilien dank Bio aus der Armutsfalle befreien.

Die Resultate sind klar: Eine Analyse von über 50 Studien zur Rentabilität der Landwirtschaft im jüngsten Unctad-Bericht kommt zum Schluss, dass biologische Produktion unter dem Strich für die Bauernbetriebe mehr Geld abwirft – sowohl in Industrie- wie in Entwicklungsländern. Die Gründe liegen auf der Hand: Tiefere Produktionskosten, da auf chemischen Dünger und Pestizide verzichtet werden kann, und bessere Preise. Gerade in Entwicklungsländern ist deshalb die Umstellung auf ökologische Anbaumethoden nicht nur nachhaltiger, sondern schlicht die beste Überlebensstrategie.

Diese Erfahrung machte auch eine Delegation von vier Schweizer Parlaments-Mitgliedern, die zum Auftakt der SWISSAID-Jahreskampagne „Bio gegen Hunger“ den westafrikanischen Kleinstaat Guinea-Bissau besuchte. Dabei erhielten sie Einblick in die politisch brisante Situation des fragilen Landes vor den Wahlen im kommenden März und die wichtige Rolle der Entwicklungszusammenarbeit. Und sie erlebten mit eigenen Augen, wie sich die Situation von Dorfgemeinschaften, die auf biologische Produktion umgestellt haben, entscheidend verbessert hat. 

„Die Evidenz vor Ort bestätigt die Erkenntnisse des UNO-Weltagrarberichts, der einen Paradigmenwechsel weg von der industriellen hin zur ökologischen Landwirtschaft fordert“, sagt SWISSAID-Geschäftsleiterin Caroline Morel. Unter dem Titel „Wege aus der Hungerkrise“ haben SWISSAID und ihre Partner-Organisationen die neusten Zahlen und Fakten des UNO-Agrarberichts in Kurzform aufbereitet – unter Einbezug von aktuellen Entwicklungen wie Nahrungsmittel-Spekulation und „Landgrabbing“. Hier braucht es laut Morel klare politische Entscheide wie das Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln sowie den Kampf gegen die Produktion von Treibstoffen aus Lebensmitteln, welche die „Landnahme“ in Entwicklungsländern anheizt.

SWISSAID setzt sich in der Schweiz für diese politischen Ziele ein und unterstützt Bio-Projekte in neun Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Die dazu notwendigen Spendeneinnahmen stiegen 2013 um 16 Prozent auf 12,4 Mio. Franken an. 

Für weitere Informationen: