Kampf gegen Mädchenbeschneidung

Wer als Kind Opfer von Genitalverstümmelung wurde, leidet oft ein Leben lang unter den Folgen. Im Tschad wird diese Menschenrechtsverletzung unter dem Deckmäntelchen der Tradition praktiziert. SWISSAID setzt sich vor Ort für Aufklärung ein und betreut Opfer.

Mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen leben heute mit den Folgen der Mädchenbeschneidung – das zeigen Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Oft werden sie als Kind beschnitten: Für die Mädchen eine traumatische Erfahrung. Schlechte Wundheilung und Infektionen führen zu Komplikationen. Opfer werden von Krankheiten wie Hepatitis B oder HIV/AIDS angesteckt. Viele verbluten bereits während oder nach der Zeremonie.

Unbeschnittene werden diskriminiert

Im Tschad sind 39% der Frauen beschnitten. In den SWISSAID-Projektregionen Moyen Chari (53.5%) und Mandoul (82.9%) im Süden des Tschads liegen die Zahlen weit über diesem nationalen Durchschnitt.

Mädchenbeschneidung wird dort unter dem Deckmäntelchen der Tradition praktiziert und ist gesellschaftlich sehr bedeutend. Beschnittene Mädchen haben auf dem Heiratsmarkt einen besseren Stand. Allgemein werden Frauen, die beschnitten sind, in der Gesellschaft höher geschätzt als Frauen, die es nicht sind. Unbeschnittene Frauen leiden unter Stigmatisierung und Diskriminierung. All dies erschwert den Kampf gegen diese unmenschliche Praktik.

Aufklärungsarbeit und Opferhilfe

Zusammen mit der Organisation CONA-CIAF (Comité National affilié au Comité Inter-Africain sur les pratiques traditionnelles) kämpft SWISSAID im Tschad gegen diese gravierende Verletzung der Menschenrechte an. Das laufende Projekt hat folgende Ziele:

  • Mindestens zehn Dorfchefs sprechen sich gegen die Beschneidung aus: Behörden sowie traditionelle und religiöse Eliten unterstützen den Kampf gegen die Beschneidung und fördern alternative Rituale ohne Beschneidung.
  • ehemalige Beschneiderinnen verdienen ihr Einkommen auf andere Weise und Beschneidungsopfer werden psychologisch, medizinisch und sozial betreut.
  • Mindestens 100 Mädchen werden erfolgreich dabei unterstützt, sich ihrer Beschneidung zu widersetzen: Jugend-, Gemeinde- und Frauenorganisationen produzieren Informationsmaterial und führen Aufklärungskampagnen durch.

Über 1,2 Mio. Menschen profitieren

2'050 Menschen aus den Regionen Mandoul und Moyen Chari sind direkt von den Projektaktivitäten begünstigt, davon 1'100 Jugendliche, die die Hauptbetroffenen und zukünftigen Eltern sind und 300 Mädchen, die an Folgeschäden ihrer Beschneidung leiden. Die Aufklärungs- und Weiterbildungsmassnahmen strahlen aber auf die gesamte Projektregion aus.

Ihre Spende hilft

Mit 75 Franken ermöglichen Sie einer Mentorin einen Weiterbildungskurs, um unbeschnittene Mädchen zu betreuen. Mit 50 Franken kann eine Radiosendung in 3 Sprachen ausgestrahlt werden – Radio ist im Tschad die Hauptinfoquelle.

Projektnummer: TS 2/17/01

Projektkosten: 75‘257 Franken

Laufzeit: 14 Monate

Begünstigte: 2‘050 Direktbegünstigte