Jean Ziegler wirbt am Genfer «Salon africain du livre» für die Kampagne «Recht ohne Grenzen»

Jean Ziegler wirbt am Genfer «Salon africain du livre» für die Kampagne «Recht ohne Grenzen»

Am «Salon africain du livre» in Genf (25. bis 29. April 2012) fand eine öffentliche Diskussion zum Rohstoff-Fluch und zur Bedeutung der Schweiz als Rohstoffdrehscheibe statt. Olivier Longchamp von der Erklärung von Bern konnte dabei auf die wichtigsten Punkte des erfolgreichen Buchs «Rohstoff – Das gefährlichste Geschäft der Schweiz» eingehen, das soeben in einer zweiten Auflage lanciert wurde. Als einer der Hauptautoren des Buchs sprach er auch über die Kampagne «Recht ohne Grenzen», die von der Erklärung von Bern wie auch von SWISSAID mitgetragen wird.

Diskussionsteilnehmer Jean Ziegler zeigte sich als glühender Verfechter der Kampagne «Recht ohne Grenzen» und forderte das rund hundertköpfige Publikum auf, die am «Salon africain du livre» aufliegende Petition zu unterschreiben. «Longchamp muss man lesen!», betonte er mehrmals. Das ausgezeichnete Buch, herausgegeben von der Erklärung von Bern, zu dem Lorenz Kummer von SWISSAID ein Kapitel beigetragen hat, verlangt vor allem auch mehr Transparenz im Rohstoffgeschäft.

Mit gewohnter Verve kritisierte Jean Ziegler die Spekulanten, die den Planeten aushungern und die er in seinem letzten Buch «Massenvernichtung – die Geopolitik des Hungers» meisterlich beschrieben hat. Und im kürzlich neu aufgelegten Roman «Das Gold von Maniema» erzählt er, wie die westlichen Unternehmen seit den 60er Jahren die Bodenschätze im Kongo plündern. Die schweizerisch-gabunische Autorin Bessora Blogue erinnerte an die Ausbeutung Gabuns durch die französische Erdölgesellschaft Elf, die sie in ihrem Roman «Petroleum» schildert.

Gilles Labarthe, Journalist und Autor unter anderem von «L’or africain» und «Sarko l’africain» und selbst Experte für diese Fragen, leitete die Diskussion brillant und humorvoll. Auf die Frage eines Jugendlichen, was man anderes tun könne, als die Genfer Börse anzuzünden, um etwas zu bewirken, antwortete Jean Ziegler: «Das wäre ein Anfang, aber es gibt keine Genfer Börse». Und forderte ihn dann auf, abstimmen und wählen zu gehen, am liebsten die SP. Nach der Diskussion beeilte sich das begeisterte Publikum, die Bücher des einen oder anderen Autoren zu kaufen und signieren zu lassen. Und die Petition zu unterschreiben.