Wasserknappheit im Niger: Wo ist der nächste Brunnen?

Eine heisse, trockene Gegend, 90‘000 Frauen, Männer und Kinder und nur 208 Wasserstellen, von denen viele defekt oder versiegt sind – das kann nicht gut gehen. SWISSAID setzt sich in 21 Dörfern dafür ein, dass endlich Wasser fliesst.

"Der Zugang zu sauberem Trinkwasser verändert das Leben der Leute!", sagt Idrissa Moussa, der für SWISSAID im Niger als Wasserbauingenieur tätig ist. Er machte es möglich, dass Gemeinden wie Méhanna in der Region Tillabéry über Wasser verfügen. Vier Dörfer dieser grossen Gemeinde oder über 3000 Männer, Frauen und Kinder können heute sauberes Brunnenwasser trinken. "Vorher war die Situation in Méhanna dramatisch", so Moussa. "Die Frauen mussten das kostbare Nass kilometerweit vom Fluss Niger ins Dorf schleppen. Sechs Stunden zu Fuss für Wasser, das dreckig ist und sogar Krankheiten wie Cholera verursacht!" 

Auch Schulen profitieren

Dass im Sahelland Niger die Hauptsorge der Bevölkerung dem Wasser gilt, spiegelt sich auch im Länderprogramm, das einen Schwerpunkt auf die Wasserversorgung legt. SWISSAID kann dabei auf ein Wasserkonsortium bestehend aus acht Schweizer Hilfswerken zählen, darunter SWISSAID, wobei die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit dem Hilfswerk-Zusammenschluss 14 Millionen Franken für neue Wasserprojekte zusprach. 

Vor diesem Hintergrund konnte SWISSAID letztes Jahr in 21 Dörfern der Gemeinden von Mantakari und Torodi Projekte für 26 000 Menschen lancieren. Auch Schulen, Gesundheitszentren und Märkte werden dank den sechs geplanten Brunnen, fünf Wassertürmen und Leitungssystemen Zugang zu Wasser erhalten.

Dank neuen Brunnen 5 Stunden weniger lang Wasser schleppen

So ist die Bevölkerung nicht mehr gezwungen, das schmutzige Wasser des Nigers oder seiner Seitenarme zu konsumieren. Brunnen und Wassertürme versorgen die Menschen mit sauberem Trinkwasser und erleichtern gleichzeitig den Frauen den Alltag enorm. In der eingangs erwähnten Gemeinde Méhanna müssen die Frauen heute bloss noch eine Stunde lang täglich Wasser schleppen, anstelle der früheren sechs. Dank dem Zeitgewinn können die Mädchen die Schule besuchen und die Mütter grössere Felder bestellen, auch das mithilfe von SWISSAID. Dies verbessert die Ernährung und die finanzielle Situation der ganzen Familie, da die Frauen einen Teil der Ernte auf dem lokalen Markt verkaufen.
 
Die Zusammenarbeit im Wasserkonsortium verleiht SWISSAID auch grösseres Gewicht, wenn es darum geht, die nationale Wasser- und Hygienepolitik zu beeinflussen. In einem Land wie Niger, wo nur jeder Dritte sauberes Wasser trinken kann und nicht einmal sieben Prozent über ein stilles Örtchen fürs grosse Geschäft verfügen, ist dies besonders wichtig. Denn nach Angaben von Unicef sind in Entwicklungsländern wasserbedingte Krankheiten für 80 Prozent der Todesfälle bei Kleinkindern verantwortlich. 
 
 
 

Projektcode: NI 01/14/01

Projektdauer: 36 Monate

Begünstigte: 26'023 Frauen, Männer und Kinder

Projektkosten Anteil SWISSAID: 277'207 Franken