Der Niger fordert von Areva mehr Geld für sein Uran

Der Niger fordert von Areva mehr Geld für sein Uran

Lausanne/Bern, 7. November 2013. Die Freilassung von vier französischen Geiseln letzte Woche im Niger muss vor dem Hintergrund einer Kraftprobe zwischen dem französischen Atomkonzern Areva und dem Niger gesehen werden, der neue Verträge für den Uran-abbau aushandeln will. ROTAB, eine von SWISSAID unterstützte nigrische Organisation, sieht darin eine Chance für den Niger, vom Uranexport endlich mehr zu profitieren.

Anfang Oktober gab der nigrische Präsident Mahmadou Issoufou bekannt, alle Verträge mit Areva würden bis Ende Jahr überprüft. Für Ali Idrissa, Koordinator von ROTAB, sind diese Verhandlungen eine „entscheidende Wende in der Geschichte Nigers“. Seit über 40 Jahren waren die Abkommen mit dem französischen Atomkonzern zur Ausbeutung der reichen Uranvorkommen des Sahel-Staats jeweils „unbesehen“ verlängert worden. Es sei höchste Zeit, dies zu ändern, sagt Idrissa, denn vom Uranabbau habe bisher nur Areva profitiert. Der nigrische Staat begnüge sich mit unbedeutenden Konzessionsabgaben, während die Bevölkerung in den Abbaugebieten bitterarm geblieben sei und unter der schädlichen Wirkung der Strahlung leide.

Bei der Freilassung der französischen Geiseln, Mitarbeitern von Areva und des Baukonzerns Vinci, hat die Regierung Nigers eine wichtige Rolle gespielt. Trotzdem ist nicht sicher, dass Areva auf die Neuverhandlung der Uranverträge eintritt. Areva hängt zwar stark von Uran aus dem Niger ab, der 2012 hinter Kasachstan sein zweitwichtigster Lieferant war. Trotzdem hat Areva-Präsident Luc Oursel angekündigt, er werde den Betrieb in einer der Minen im Niger einstellen. Und vor einigen Tagen unterzeichnete er ein Abkommen zur Ausbeutung von Uran in der Mongolei. Areva will der Regierung Nigers damit zu verstehen geben, dass der Konzern auf andere Länder ausweichen könnte, wenn diese einen höheren Uranpreis fordert.

SWISSAID setzt sich im Rahmen seiner Programme zur Armutsbekämpfung unter anderem dafür ein, dass für die in Afrika reichlich vorhandenen Rohstoffe ein korrekter Preis bezahlt wird. Dafür engagieren sich auch Organisationen der Zivilgesellschaft im Niger wie die von SWWISSAID unterstützte ROTAB. In der Schweiz ist SWISSAID Mitglied der Kampagne «Publish What You Pay», die sich für mehr Transparenz im Rohstoffsektor einsetzt.

Weitere Informationen:

Lorenz Kummer, Mediensprecher SWISSAID, 079-307-2592; l.kummer@swissaid.ch